Noch ein gutes Leben, liebe Ingrid Strobel!
Manchmal steht in Arbeitszeugnissen, dass es „schwerfällt, Person xy innerhalb eines Zeugnisses zu beschreiben,

Manchmal steht in Arbeitszeugnissen, dass es „schwerfällt, Person xy innerhalb eines Zeugnisses zu beschreiben, weil die gemeinhin üblichen Formulierungen der Vielzahl der Talente und Fähigkeiten nicht gerecht werden können“. So geht es einem mit Ingrid Strobel von CAMLOG, die nach fast 50 Jahren in der zahnmedizinischen Welt nun zum April in den Ruhestand geht.
Als ausgebildete Zahntechnikerin war Ingrid Strobel sofort schwerpunktmäßig in Praxislabors tätig, und entwickelte sich schon dort statt zur „Labormaus“ zur hochgeschätzten zahntechnischen Hilfe am Behandlungsstuhl. Begriffe wie individuelle Ästhetik, Patientenwünsche und Wohlbefinden sog sie daher ganz anders auf, und verfolgte so zu Beginn der 80er Jahre auch mit großer Faszination die prothetischen Versorgungsalternativen auf Implantaten. Dass die Genauigkeit der Rekonstruktion entscheidend für den Langzeiterfolg sein würde, war ihr sofort klar. Für sie unvergessen bleiben ihre Begegnungen mit dem erst im Dezember 2024 verstorbenen zahntechnischen Maestro und Visionär Willi Geller, den sie noch heute als ihr Vorbild hinsichtlich ästhetischer Perfektion bezeichnet. Als Mitarbeiterin von Prof. Dr. Ady Palti in Kraichtal nahm sie an vielen nationalen und internationalen Kursen teil, und vertiefte ihr implantatprothetisches Wissen in vielen Präsentationen und Diskussionen mit der Zahnärzteschaft und auch mit Vertretern der Dentalindustrie. Zur damaligen Zeit der rein analogen Planung und Umsetzung war eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe zwischen Zahnmedizin und Zahntechnik und auch die direkte Kommunikation der Anforderungen an die zahnmedizinische Industrie bereits essentiell.
Immer weiter hinauf auf der Karriereleiter
Ihre Talente blieben auch der Industrie nicht verborgen, und Anfang des neuen Milleniums startete Ingrid Strobel als technische Beraterin für ganz Deutschland bei Zimmer Dental. Natürlich brachte sie für diese Tätigkeit ein ganz anderes Grundverständnis mit als ein Industrieberater nach drei Wochenend-Kursen, und so führte ihre Karriere unter ständiger Erweiterung ihrer Einsatzgebiete und zunehmend internationalerer Ausrichtung sie über BioHorizons, Implant Direct und Osstem schließlich vor über zwölf Jahren nur folgerichtig zu CAMLOG als jenem Unternehmen, das die prothetische Ausrichtung in der dentalen Implantologie in seiner Genetik hat. Bei CAMLOG baute sie den Bereich der Media-und Öffentlichkeitsarbeit und die Fachpresse-Betreuung auf, wurde aufgrund ihrer soliden zahntechnischen und -medizinischen Vorbildung aber immer häufiger auch bei inhaltlichen Konzepten zu Rate gezogen, und entwickelte sich immer weiter in den Bereich des „Medical Writing“. Unter ihrer Verantwortung erschienen zwei in der implantologischen Community sehr angesehene und viel genutzte Casebooks zu Produkten von Camlog BioHorizons. Bei zahnmedizinischen und zahntechnischen Autorinnen und Autoren ist sie als kompetenter Sparringspartner und bereichernder und dabei sehr humorvoller Impulsgeber ebenso beliebt wie bei der dentalen Fachpresse, die, berufstypisch hinter jedem Termin zurück, auch Ingrid Strobels unabdingbare Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit immer sehr geschätzt, genossen und genutzt hat.
Kein Ende der Kreativität
Nun darf sich Ingrid Strobel nach fast 50 Jahren in der Zahntechnik und Zahnmedizin ihren vielen Hobbies und Interessen widmen, die während ihrer aktiven Zeit oft zu kurz kamen: Die Holzkunst, das Reisen, ihre große Liebe zu Dünen und Meer, und der Wunsch, aus ihrem Gärtchen eine nachhaltige Oase zu schaffen, ihr eigenes Gemüse anzubauen und dort vielleicht den ein oder anderen „Dentalen“ zu einem Plausch und Kaffee zu begrüßen, dessen und deren Verbundenheit mit ihr weiterbestehen wird. Wir werden sie im aktiven Berufsleben sehr vermissen, solche „Gewächse“ sind heute selten.
Noch ein langes gutes Leben, liebe Ingrid Strobel!




