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Atraumatisch extrahieren mit System

Alle drei Jahre lädt Mectron zum Spring Meeting nach Italien ein. Die aktuelle Ausgabe fand in Venedig statt und widmete sich einer spannenden Frage.

pip Redaktion Berlin3 Min. Lesezeit
Publikum in historischem Saal mit holzvertäfelten Wänden bei einem Vortrag

Alle drei Jahre lädt Mectron zum Spring Meeting nach Italien ein. Die aktuelle Ausgabe fand in Venedig statt und widmete sich der Frage, wie sich klinische Ergebnisse in der Implantologie noch vorhersagbarer gestalten lassen. Im Fokus standen atraumatische Extraktionstechniken, der Erhalt des Alveolarknochens, regenerative Protokolle und moderne Ansätze in der Periimplantitistherapie.

Die mehr als 120 Teilnehmer erlebten ein wissenschaftlich dichtes Programm, das von Prof. Dr. Mauro Labanca als Chairman moderiert wurde. Dr. Tomaso Vercellotti, Erfinder der Piezochirurgie, besser bekannt als Piezosurgery, eröffnete den Kongress für das einladende Unternehmen und stellte die Bedeutung einer möglichst schonenden Extraktion heraus. Seine zentrale Botschaft: Der Erhalt der krestalen Breite ist ein entscheidender Faktor für ein stabiles implantologisches Ergebnis. Der kombinierte Einsatz von Piezochirurgie und manuellen Instrumenten könne viele Extraktionen in der täglichen Praxis vereinfachen. Bei anatomisch anspruchsvollen Situationen, etwa ektopischen Zähnen oder dritten Molaren, könne der ausschließliche Einsatz piezochirurgischer Instrumente den klinischen Unterschied machen. Dr. Vercellotti gab zudem einen Ausblick auf die neuen Spitzen im Sortiment von Mectron, mit denen die Syndesmotomie noch schonender und einfacher umgesetzt werden könne. Die Spitzen sind noch dünner und länger geformt, um tiefer an die Zahnwurzel zu gelangen.

Dr. Jason Motta-Jones beschäftigte sich mit einer vollständig piezoelektrischen Wurzelextraktionstechnik. Nach seinen Ausführungen lässt sich die Entfernung dritter Molaren damit deutlich beschleunigen. Zugleich ordnete er die Datenlage differenziert ein. Da die bisherigen Ergebnisse unter anderem auf erfahrene Operateure und junge Patientengruppen zurückgehen, seien weitere randomisierte und möglichst multizentrische Studien sinnvoll.

Immunologie, Regeneration und Periimplantitis

Dr. Joseph Choukroun spannte in seinem Vortrag zur Osteoimmunologie einen großen Bogen. Osseointegration ist eigentlich eine kontrollierte Fremdkörperreaktion, die durch die Immunabwehr ausgelöst wird. Für chirurgische Eingriffe könne daher eine gezielte Unterstützung der Immunabwehr relevant sein. Dr. Choukroun sprach unter anderem über Vitamin D, Azithromycin, entzündungsarme Biomaterialien, Open Wound Healing und das PRF Ocean Protocol. Er zeigte auf, dass biologische Rahmenbedingungen für die klinische Prognose zunehmend an Bedeutung gewinnen. Prof. Dr. Mauricio Araújo widmete sich der Periimplantitis. Er legte anhand wissenschaftlicher Daten dar, dass frühe Implantatmisserfolge und reduziertes marginales Knochenniveau als Risikofaktoren für ein Therapieversagen betrachtet werden müssen. Langzeitdaten zufolge erweisen sich chirurgische Periimplantitistherapien als begrenzt erfolgreich, Rezidive und Implantatverluste traten häufig auf. Besonders aufmerksam verfolgten die Teilnehmer die Vorstellung seines PSP-Protokolls, das laut Auswertung einer Multicenter-Studie eine nahezu vollständige Dekontamination der Implantatoberfläche erreichte. Prof. Dr. Dr. Dr. Shahram Ghanaati rückte das Covered Socket Residuum (CRS) nach Zahnextraktion in den Fokus. Mit dem Arena-Protokoll stellte er einen Ansatz zur Vermeidung von CSR vor und verwies auf die Notwendigkeit sorgfältiger Diagnostik, chirurgischen Débridements und bei entsprechender Indikation medikamentöser Begleitung. Auch das PRF könne beim Thema CSR eine Rolle übernehmen, in einer passenden Guided Open Wound Healing-Strategie, die allerdings auch Limitationen hat und noch mehr Daten benötige.

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