Tourauftakt zu Bego Dialoge 2026: Wissen im Austausch
In Bremen gab es den Tourauftakt der Bego Dialoge, einer Fortbildungsreihe, die Zahnmedizin und Zahntechnik bewusst zusammenführt. Das Programm reichte von biologisch orientierter Implantologie und Komplikationsprävention über digitale Prothetik und Modellguss bis zu KI, 3D-Druck und neuen Workflows.
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In Bremen gab es den Tourauftakt der Bego Dialoge, einer Fortbildungsreihe, die Zahnmedizin und Zahntechnik bewusst zusammenführt. Das Programm reichte von biologisch orientierter Implantologie und Komplikationsprävention über digitale Prothetik und Modellguss bis zu KI, 3D-Druck und neuen Workflows. Wissenschaftliche Evidenz traf dabei auf klinische Erfahrungen und konkrete Anwendungen für Praxis und Labor.
Rund 100 Teilnehmer konnte Bego beim Auftakt der Dialoge in Bremen begrüßen. Darunter sowohl Zahnärzte wie auch Zahntechniker.
Moderiert wurde die Veranstaltung von ZTM Ansgar Volke (l.) hier im Gespräch mit Dr. Bastian Wessing.
Wie lassen sich Komplikationen vermeiden, ohne große Patientengruppen grundsätzlich von einer Implantattherapie auszuschließen? Prof. Dr. Sameh Attia stellte die individuelle Risikobewertung in den Mittelpunkt. Neben systemischen Erkrankungen spielen Rauchen, Mundhygiene und Compliance eine entscheidende Rolle. Ebenso wichtig sind Aufklärung, Dokumentation und eine konsequente Nachsorge. Implantatposition, Emergenzprofil, Platform Switching und die Implantat-Abutment-Verbindung können zusätzliche Einflussfaktoren sein. Seine zentrale Botschaft: Implantatdesign kann Risiken reduzieren, ersetzt aber nicht die sorgfältige Patientenselektion.
Sofortimplantationen im ästhetischen Bereich können überzeugende Ergebnisse ermöglichen, verlangen jedoch konsequentes Hart- und Weichgewebsmanagement. Dr. Adriano Azaripour zeigte anhand klinischer Fälle, wie Fehlentwicklungen entstehen und wie aufwendig deren Korrektur werden kann. Guided Surgery, ein gezielter Einsatz von Bindegewebstransplantaten und vor allem ausreichend Zeit für die Gewebeheilung gehören für ihn zu den entscheidenden Faktoren. Sein Fazit war entsprechend klar: Prävention bleibt die beste Therapie.
Vom Intraoralscan über Smile Design bis zur Kombination von DVT und Oberflächendaten zeigte Prof. Dr. Maximiliane Schlenz, wie digitale Technologien Diagnostik, Planung und Patientenkommunikation verändern. Gleichzeitig warnte sie vor der Vorstellung, digitale Prozesse seien automatisch einfacher. Insbesondere bei größeren Scanstrecken bleiben Ungenauigkeiten relevant. Entscheidend wird deshalb die zuverlässige Zusammenführung verschiedener Datensätze. Auch individualisierte Gingivaformer und additive Fertigungsverfahren eröffnen neue prothetische Möglichkeiten.
Dr. Bastian Wessing betrachtete den digitalen Modellguss nicht allein als technologische Neuerung, sondern als Antwort auf Fachkräftemangel, Kostendruck und steigende Anforderungen an die Prozesssicherheit. Digitale Workflows reduzieren zahlreiche manuelle Arbeitsschritte und verlagern den Schwerpunkt auf Planung, Design und Kontrolle. Der Einstieg braucht jedoch Zeit: Für die Etablierung eines verlässlichen Prozesses kalkulierte Wessing eine Lernphase von drei bis sechs Monaten. Danach können standardisierte Abläufe deutliche Zeitvorteile und eine bessere Skalierbarkeit ermöglichen.
KI, 3D-Druck, Augmented Reality und neue Biomaterialien standen im Mittelpunkt des Zukunftsblicks von Prof. Dr. Dr. Ralf Smeets. Viele digitale Anwendungen sind bereits im klinischen Alltag angekommen, andere befinden sich noch auf dem Weg dorthin. Perspektiven reichen von KI-gestützter Diagnostik und Planung über automatisierte Praxisprozesse bis zu Navigation, patientenspezifischen Implantaten und resorbierbaren Magnesiumstrukturen. Entscheidend sei künftig weniger die Frage, ob diese Technologien eingesetzt werden, sondern wie sie sinnvoll in bestehende Abläufe integriert werden.
Im Workshop mit den Bego Mitarbeitern Oralchirurgin Susanne Grüttner und ZTM Claus Pukropp zur biologisch orientierten Implantologie standen Implantatposition, Abutmenthöhe, Emergenzprofil und die Gestaltung der Implantat-Abutment-Verbindung im Fokus. Anhand wissenschaftlicher Erkenntnisse wurde deutlich, dass einzelne Designmerkmale nie isoliert betrachtet werden sollten. Vielmehr entsteht langfristige Gewebestabilität aus dem Zusammenspiel von chirurgischer Positionierung, Weichgewebsführung, prothetischer Gestaltung und Nachsorge. Die vorgestellten Prinzipien bildeten zugleich den Hintergrund für aktuelle Entwicklungen im Bego Implantatportfolio.
Bego hatte dafür zwei Tage lang hochkarätige Referenten in die Heimatstadt des Unternehmens geladen. Nach Bremen geht die Tour weiter: Am 6. und 7. November folgen die Bego Dialoge in Leipzig, am 20. und 21. November in München. Einzelne Plätze für diese Veranstaltungen sind noch buchbar.