Regedent: Hyaluronsäure im Fokus
Beim 3-Länder-Symposium von Regedent diskutierten rund 90 Teilnehmer den Einsatz moderner quervernetzter Hyaluronsäure.

Bild: Rund 90 Teilnehmer informierten sich in Bregenz über den Einsatz moderner quervernetzter Hyaluronsäure.
Unter dem Titel „Moderne Hyaluronsäure in Parodontologie und dentaler Chirurgie“ lud Regedent Mitte Juni 2026 die dentale Welt nach Bregenz ein. Der wissenschaftliche Leiter der Veranstaltung, Prof. Dr. Anton Friedmann, hatte ein Programm zusammengestellt, das die Frage beleuchtete, ob quervernetzte Hyaluronsäure in der regenerativen und entzündungsbezogenen Therapie zu einem relevanten Baustein werden kann. Die Vorträge machten deutlich, dass Hyaluronsäure in verschiedenen Indikationen klinisch überlegene Effekte zeigt.
Clean & Seal in der Parodontologie
Priv.-Doz. Dr. Kristina Bertl eröffnete den fachlichen Teil mit dem Einsatz von Hyaluronsäure in der nichtchirurgischen Parodontitistherapie. Im Zentrum stand das Clean & Seal-Konzept. Das Reinigungsgel Perisolv übernimmt dabei den „Clean“-Anteil und soll die Entfernung von Biofilm und Granulationsgewebe verbessern. Hyadent BG steht für den „Seal“-Schritt und unterstützt die parodontale Heilung. Dr. Bertl zeigte, dass das Protokoll keinen Verzicht auf gründliche mechanische Therapie bedeutet. Entscheidend bleibt das sorgfältige Debridement. Wichtig sei unter anderem, Perisolv nach der Applikation mindestens 60 Sekunden einwirken zu lassen, bevor die mechanische Reinigung beginnt. Die Anwendung könne wiederholt werden, bis die Tasche ausreichend gereinigt ist. Zahnärztin Viktoria Plyeshakova ergänzte die Ausführungen mit Fallbeispielen aus der Praxis. Die vorgestellten Ergebnisse zeigten im nichtchirurgischen Vorgehen klinische Vorteile von über einem Millimeter, eine deutlich erhöhte Taschenschließungsrate und eine verbesserte komplette Krankheitsauflösung nach einmaliger Behandlung. Damit ist Clean & Seal eine Option in allen Behandlungsphasen, sofern Indikation, Befund und supragingivale Vorbehandlung stimmen.
Periimplantitis und Weichgewebe
Prof. Dr. Anton Friedmann und Priv.-Doz. Dr. Alexandra Stähli widmeten sich den Möglichkeiten bei periimplantären Defekten. Prof. Friedmann stellte heraus, dass der Effekt von Hypochlorit/Aminosäuren und quervernetzter Hyaluronsäure synergistisch wirken kann. Das Clean & Seal-Protokoll ziele darauf ab, einen „Defect Resolution“-Effekt zu fördern und klinische sowie radiologische Parameter zu verbessern. Dr. Stähli präsentierte aktuelle Daten aus Bern. Prof. Friedmann präsentierte aktuelle Daten einer Pilotstudie, bei der mit dem Clean & Seal-Protokoll eine „Defekt Resolution“ von über 80 % erzielt werden konnte. Die Referenten ordneten die Ergebnisse jedoch zurückhaltend ein: Gerade in der Periimplantitistherapie bleibt die Evidenzlage anspruchsvoll, auch wenn klinische Beobachtungen vielversprechend sind.
Chirurgie, GBR und praktische Anwendung
Dr. Frederic Kauffmann und Univ.-Ass. Dr. Danijel Domic lenkten den Blick auf chirurgische Indikationen. In der GBR kann quervernetzte Hyaluronsäure das Handling von Knochenersatzmaterial erleichtern und die Wund- und Knochenheilung unterstützen. Dr. Domic fasste klar zusammen: Das bedeutet mehr Knochenneubildung, weniger Residualpartikel und eine verkürzte Heilungszeit. In geeigneten Situationen könne dadurch eine frühere Implantation möglich werden.




