Anfang der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts trafen wir uns das erste Mal, als er mit der allerersten Ausgabe des „Implantologie Journal“ , heute IJ, aus dem Oemus Verlag, und ich mit der allerersten BDIZ konkret, damals noch im Jahrbuch Verlag, voller Stolz auf die IDS liefen. Die dentale Implantologie produzierte damals Neuheiten und Neuigkeiten im Wochentakt, und auch regelmässig das ein oder andere Skandälchen. Es war eine tolle, aufregende und, so würde man es heute nennen, herausfordernde Zeit. (Bild @privat).
Wir standen danach immer wieder zusammen am selben Gepäckband oder Check-In auf dem Weg zu irgendeiner Fachveranstaltung. Wer glaubt, heute gäbe es unendlich viele implantologische Events, hat die 90er Jahre nicht erlebt. Jürgen Isbaner war unglaublich fleißig, und hörte auf fast unheimliche Art überall das Gras wachsen. Bei einem beeindruckenden Tagespensum entwickelte er „on the go“ oder vielmehr „on the run“ immer wieder neue Ideen, Features, Medien- und Veranstaltungsformate und Kommunikationskanäle. Als ausgebildeter Geisteswissenschaftler eignete er sich in kürzester Zeit ein Fachwissen an, mit dem er auf Pressekonferenzen internationale Größen einschüchtern konnte.
Jürgen Isbaner hat so nicht nur sein direktes Umfeld, sondern die gesamte Szene zu immer neuen Höchstleistungen angespornt und auf Trab gehalten. Die Fachmedienwelt und hier besonders der Bereich der dentalen Implantologie hat ihm viel zu verdanken. Mich hat sehr beeindruckt und berührt, wie er bei alledem seine Familie, seine Frau Heike und seine beiden Kinder Georg und Antje, in diesen turbulenten Kosmos integrieren und über alles stellen konnte.
Bereits als er sich aus der implantologischen Community ins privatere Leben zurückzog, hinterließ er eine spürbare Lücke. Sein zu früher Tod hat viele seiner Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter, in Wissenschaft, Klinik, Industrie und in den Medien tief berührt und sehr traurig gemacht. Ich finde Trost in dem Gedanken, dass er ganz sicher schon dabei ist, voller Kraft und Energie etwas Neues aufzubauen, da, wo er nun ist.
Marianne Steinbeck
