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100 Implant Challenge: Die Teilnehmerin (Serie, Teil 3)

Von den ersten Implantatfällen bis zur festen Integration in den Praxisalltag: Die „100 Implant Challenge“ ist ein Konzept von Dentsply Sirona, bei dem Zahnärzte auf ihrem Weg in die Implantologie von erfahrenen Kollegen begleitet werden

pip Redaktion Berlin4 Min. Lesezeit
Julia Miller, Zahnärztin aus Asperg

Von den ersten Implantatfällen bis zur festen Integration in den Praxisalltag: Die „100 Implant Challenge“ ist ein Konzept von Dentsply Sirona, bei dem Zahnärzte auf ihrem Weg in die Implantologie von erfahrenen Kollegen begleitet werden – mit praktischer Ausbildung, Mentorship und direkter Unterstützung bei den ersten eigenen Fällen. Wie daraus Sicherheit und Routine entstehen können, erzählt eine niedergelassene Zahnärztin aus Asperg. Sie nahm 2023 an der 100 Implant Challenge teil. Ein Beitrag von Julia Miller.

Mein Entschluss kam nicht über Nacht. 2022 übernahm ich eine Praxis in Asperg und entwickelte daraus die „ju&mi Zahnheilkunde“. Implantologie war damals zunächst kein großes Thema für mich. Wie auch: Ich arbeitete zuvor in einer Praxis, in der der Inhaber zwar selbst implantierte, anspruchsvollere Fälle aber an einen externen Chirurgen abgab. So entstand keine Möglichkeit für mich, selbst Erfahrungen zu sammeln.

Doch nun übernahm ich eine Praxis mit bestehendem implantologischem Schwerpunkt. Die Patienten waren es gewohnt, umfassend versorgt zu werden – ohne Überweisung an andere Kollegen. Und so entstand mein Wunsch, Implantologie selbst in die Praxis zu integrieren. In meinem ersten Assistenzjahr arbeitete ich in einer oralchirurgischen Praxis, daher wusste ich, dass mir Chirurgie Spaß macht. Was mir ein wenig fehlte, war der Mut zum Einstieg. Denn zwischen der Theorie und den ersten eigenen Implantatfällen in der Praxis liegt noch einmal ein großer Schritt.

Den entscheidenden Impuls gab mir schließlich eine Kollegin, die ihre Erfahrungen mit der „100 Implant Challenge“ auf Social Media geteilt hatte. Kurz darauf sprach mich auch ein Außendienstmitarbeiter von Dentsply Sirona auf das Programm an. Ich wurde neugierig und meldete mich zunächst zu einem Kick-off an. Nach einem halben Tag war ich eigentlich schon überzeugt, denn das Konzept klang so, wie ich es mir gewünscht hatte: keine reine Theorie, sondern unmittelbares praktisches Arbeiten am Patienten.

Der wesentliche Unterschied zu klassischen Curricula: Die Praxis entscheidet. Und die bekam ich bei diesem Konzept. Zwei volle Tage implantieren, begleitet von erfahrenen Mentoren, dazu ein intensiver Austausch innerhalb der Gruppe – das war genau das, was ich wollte. Als sehr wertvoll empfand ich es, dort auf Kolleginnen und Kollegen zu treffen, die wie ich ohne große implantologische Vorerfahrung loslegen wollten.

Von der Theorie in die Umsetzung

Nach dem Kick-off folgten die ersten Module: das Planning-Wochenende in Berlin, Teamschulungen und schließlich das OP-Wochenende in Leipzig. Mir war dabei sehr wichtig, direkt das gesamte Praxisteam einzubinden, also nahm ich es mit. Es wäre schwierig gewesen, wenn nur ich motiviert aus der Fortbildung gekommen wäre und plötzlich alles verändern wollte. Die gemeinsamen Schulungen halfen uns wirklich, Abläufe, Patientenkommunikation und organisatorische Prozesse strukturiert aufzubauen. Checklisten, Aufklärungsbögen und standardisierte Abläufe sind noch heute eine enorme Erleichterung. Beeindruckt hat mich vor allem die Intensität der praktischen Ausbildung. Insgesamt setzte ich während des OP-Wochenendes 16 Implantate, führte je drei interne und externe Sinuslifte durch und assistierte bei einem Knochenblock.

Das war wirklich viel, und ich hätte vorher nicht gedacht, dass wir so viel schaffen würden. Gleichzeitig entstand innerhalb unserer Gruppe eine sehr angenehme, kollegiale Atmosphäre, in der wir auch voneinander gelernt haben, etwa bei der Nahttechnik – einfach Kleinigkeiten, die im Alltag einen großen Unterschied machen können.

Mentoring als Sicherheitsnetz

Doch das Beste kam erst noch: das Mentoring. Bereits Monate vor dem OP-Wochenende hatte ich begonnen, eigene Patienten auf Implantatbehandlungen im November vorzubereiten. Ich vertraute darauf, nach dem Kurs direkt durchstarten zu können. Die Mentoren haben uns alle darin bestärkt und gesagt: „Nach dem Wochenende terminiert ihr Eure ersten Patienten.“ Und so war es. Noch im selben Jahr setzte ich acht Implantate, kurze Zeit später folgten interne und externe Sinuslift-Operationen sowie umfangreichere Versorgungen. Bis heute habe ich tatsächlich 100 Implantate gesetzt und plane bereits komplexere Versorgungskonzepte. Implantologie ist inzwischen fester Bestandteil meiner Praxis.

Dass dabei nicht immer alles perfekt verlief, gehörte für mich dazu. Umso wichtiger war es, jederzeit einen Mentor kontaktieren zu können. Das war wie ein doppelter Boden. Bei Unsicherheiten konnte ich DVT-Aufnahmen besprechen, Implantatpositionen diskutieren oder Komplikationen unmittelbar telefonisch besprechen. Gerade dieses Auffangnetz hat mir die notwendige Sicherheit gegeben, um den Schritt in die Implantologie konsequent zu gehen.

Der größte Gewinn liegt für mich heute weniger in der chirurgischen Erweiterung meines Leistungsspektrums, als darin, meine Patienten wirklich umfassend betreuen zu können. Es gab durchaus Patienten, die mir signalisiert hatten, dass sie implantologische Behandlungen nur dann durchführen lassen würden, wenn sie nicht an externe Praxen überwiesen werden müssten. Dass ich die Patienten jetzt so versorgen kann, wie ich mir das vorstelle – das ist für mich das Wichtigste.

Mit der Challenge wurde aus dem Wunsch, selbst zu implantieren, konkrete Praxis: Statt ausschließlich Theorie zu vermitteln, wird direkt am echten Patienten gearbeitet. Dadurch entsteht praktische Erfahrung in einem Umfang, der in der eigenen Praxis oder bei Hospitationen kaum möglich wäre.

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