BTI Symposium: Neue Impulse durch Dr. Eduardo Anitua
Beim BTI-Expertensymposium in Berlin diskutierten internationale Referenten aktuelle Entwicklungen in Implantologie und regenerativer Therapie. Im Fokus standen vorhersagbare Behandlungsergebnisse, minimalinvasive Konzepte sowie neue Implantatdesigns für anspruchsvolle klinische Situationen.

Beim BTI-Expertensymposium in Berlin diskutierten internationale Referenten aktuelle Entwicklungen in Implantologie und regenerativer Therapie. Im Fokus standen vorhersagbare Behandlungsergebnisse, minimalinvasive Konzepte sowie neue Implantatdesigns für anspruchsvolle klinische Situationen. Bild: Mehr als 50 Teilnehmer lauschten den Ausführungen der Experten.
Nach der Begrüßung durch Dr. Ralf Rauch, General Manager BTI Deutschland, eröffnete Dr. Eduardo Anitua das wissenschaftliche Programm. Der Gründer des Unternehmens stellte in mehreren Vorträgen zentrale Prinzipien seines Behandlungskonzepts vor. Im Mittelpunkt steht dabei die konsequente Ausrichtung auf Vorhersagbarkeit sowie die Möglichkeit, therapeutische Entscheidungen bei Bedarf anzupassen. Dr. Anitua verfolgt dabei einen klar strukturierten Ansatz in der prothetischen Planung. Bei festsitzenden Versorgungen bevorzugt er Konstruktionen mit drei prothetischen Einheiten, um im Fall biologischer oder technischer Komplikationen flexibel reagieren zu können. „Für den Fall, dass bei einem der Implantate Probleme auftreten würden, muss man dann nicht das ganze Provisorium abschrauben“, lautete seine einfache Erklärung. Bei vollständig zahnlosen Patienten plant er in der Regel mit einer höheren Implantatzahl, häufig acht oder mehr Implantate, um eine stabile Langzeitprognose zu sichern. Gleichzeitig betonte er die Bedeutung vorhandener Restzähne. Diese sollten nach Möglichkeit in provisorische Versorgungen integriert werden, da sie sowohl funktionelle Vorteile bieten als auch die digitale Planung unterstützen. Nicht zu unterschätzen sei auch der positive psychologische Faktor durch den Erhalt der Zähne beim Patienten.

Neue Lösungen für atrophierte Kiefer
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Versorgung stark atrophierter Kiefer. Anitua präsentierte Daten aus langjährigen klinischen Analysen, die zeigen, dass der Implantatdurchmesser eine geringere Rolle spielt als bislang angenommen. Entscheidend sei vielmehr das Zusammenspiel biologischer und mechanischer Faktoren. Auf Grundlage dieser Erkenntnisse wurde ein neues BTI-Implantat mit einem Durchmesser von 2,5 Millimetern entwickelt, das in Berlin erstmals vorgestellt wurde. Das System richtet sich an Patienten mit ausgeprägter horizontaler Atrophie und ist für verblockte Versorgungen konzipiert. Es basiert auf den bekannten Designmerkmalen des BTI-Systems, darunter ein konischer Apex und die spezifische Unicca-Oberflächenstruktur zur Förderung der Osseointegration. Ziel ist es, auch in komplexen Ausgangssituationen eine vorhersagbare Therapie zu ermöglichen.

PRGF in der regenerativen Therapie
Im weiteren Verlauf des Symposiums wurde die Bedeutung von PRGF Endoret in der regenerativen Zahnmedizin hervorgehoben. Studien zeigen positive Effekte hinsichtlich Entzündungsreduktion, postoperativem Schmerzempfinden, Wundheilung und Knochenregeneration im Rahmen der Socket Preservation. Dr. Paul Schuh ergänzte diese Erkenntnisse durch Einblicke in die klinische Anwendung. In seiner Praxis nutzt er PRGF unter anderem zur biologischen Optimierung von Weichgewebetransplantaten und Ersatzmaterialien. Ziel ist es, die Heilung zu unterstützen und die Qualität des Gewebes langfristig zu verbessern.
MRONJ im klinischen Kontext
Mit einem weniger bekannten Thema, der medikamenten-assoziierten Kiefernekrose (MRONJ), befasste sich Dr. Sven Bival am Ende des Expertensymposiums. Diese ist eine seltene, aber klinisch relevante Nebenwirkung, bei der Kieferknochengewebe abstirbt, häufig im Zusammenhang mit der Einnahme von Bisphosphonaten, Denosumab oder im Rahmen onkologischer Therapien.

Charakteristisch ist dabei freiliegender Knochen, der über einen Zeitraum von mehr als acht Wochen persistiert, ohne dass eine vorausgegangene Strahlentherapie im Kieferbereich vorliegt. Die Diagnostik der MRONJ ist nicht einfach, da frühe Stadien häufig schmerzfrei verlaufen und entzündliche Zeichen fehlen können – ein Zustand, den Dr. Bival als „stille Phase“ mit hohem Progressionsrisiko beschrieb. Im Zuge seiner langjährigen Erfahrung in der Behandlung von Patienten mit Kieferknochennekrosen identifiziert Dr. Bival PRGF als zentralen therapeutischen Ansatz: Durch die lokale Bereitstellung autologer Wachstumsfaktoren kann die gestörte Immunantwort moduliert werden. Konkret erzwingt PRGF biochemisch den sogenannten M2-Switch der Makrophagen und unterstützt so die Rückkehr von einer proinflammatorischen in eine regenerativ ausgerichtete Heilungsphase.
Ziel ist es, die blockierte Zelllinie zu reaktivieren, die Geweberegeneration einzuleiten und die Voraussetzungen für eine stabile Weichgewebedeckung sowie Knochenheilung zu schaffen. Zum Abschluss des Symposiums gab BTI einen Ausblick auf die kommenden Veranstaltungen. Der nächste BTI-Day findet am 17. April 2027 in Frankfurt am Main statt und soll erneut aktuelle Themen der Implantologie und regenerativen Therapie in den Mittelpunkt stellen.





