Dentsply Sirona Implant Solutions World Summit in Göteborg
Beim Dentsply Sirona Implant Solutions World Summit in Göteborg standen moderne Implantologie, digitale Workflows und praxisnahe Therapiekonzepte im Mittelpunkt. Das internationale Fachprogramm zeigte, wie eng chirurgische Planung, Prothetik, Regeneration, Kieferorthopädie und Nachsorge heute miteinander verzahnt sind.
pip Redaktion3 Min. Lesezeit
Beim Dentsply Sirona Implant Solutions World Summit in Göteborg standen moderne Implantologie, digitale Workflows und praxisnahe Therapiekonzepte im Mittelpunkt. Das internationale Fachprogramm zeigte, wie eng chirurgische Planung, Prothetik, Regeneration, Kieferorthopädie und Nachsorge heute miteinander verzahnt sind.
Dentsply-Sirona-CEO Daniel Scavilla betonte zu Beginn die strategische Bedeutung von Forschung, klinischer Evidenz und Fortbildung. In den Fachvorträgen wurde deutlich, dass erfolgreiche Implantologie nicht allein von einzelnen Produkten abhängt, sondern von strukturierten Behandlungspfaden und interdisziplinärer Kommunikation. Dr. Mischa Krebs demonstrierte anhand eines Frontzahnfalls, wie Sofortimplantation, Weichgewebsmanagement, Knochenaufbau und Aligner-Therapie digital geplant und umgesetzt werden können.
Besonders praxisrelevant war der Fokus auf Periimplantitis. Dr. Jan Derks hob die frühe Diagnostik durch Sondierung hervor, während Dr. Adrian Guerrero Segura systematische nicht-chirurgische und chirurgische Therapieschritte erläuterte.
Mehr als 1000 Teilnehmer aus 49 Ländern kamen zum Dentsply Sirona Implant Solutions World Summit nach Göteborg.
Bei einem Rundgang am Kongressdonnerstag wurde der anwesenden internationalen Presse ein tieferer Einblick in die verschiedenen Stationen des Dentsply Sirona Workflows der begleitenden Ausstellung gewährt.CEO Daniel Scavilla begrüßte die Teilnehmer, eröffnete den Kongress und kündigte weitere Investitionen in Forschung und Fortbildung an.Dr. Mischa Krebs, einer von drei deutschen Referenten in Göteborg, zeigte den digitalen Workflow in seiner Praxis bei einer Sofortimplantation. Anhand eines anschaulichen Patientenfalls führte er die Teilnehmer step-by-step durch den Ablauf der Erneuerung des Frontzahns im Oberkiefer – inklusive Weichgewebstransplantat, Knochenaufbau und einer abschließenden KFO-Behandlung mit Aligner-TherapieDr. Tiago Borges und Dr. Agatha Carvalho sind ein Ehepaar, das gemeinsam eine Praxis in Portugal führt, die einen interdisziplinären Ansatz hat. Er ist Oralchirurg und Implantologe und sie Kieferorthopädin. In ihrem Vortrag zeigten sie die verschiedenen Indikationen für eine KFO vor oder nach der Implantation. In ihrer Praxis mixen sie zudem oftmals eine klassische KFO-Behandlung mit einer Aligner-Therapie. „Denn wir dürfen nicht nur nach dem einen fehlenden Zahn schauen, sondern müssen das gesamte Gebiss beachten“, betonte Carvalho.
Immer wieder setzten sich die Referenten der verschiedenen Themenblöcke nach ihren Vorträgen zusammen, um Fragen der Teilnehmer zu beantworten und diese gemeinsam zu diskutieren.Den Ansatz der Full-Arch-Versorgung und die Frage nach All-on-4 oder All-on-6 diskutierte Dr. Mark Ludlow in seinem Vortrag.Wie genau sind eigentlich die digitalen Scans? Diese Frage beantwortete PD Dr. Peter Gehrke in seinem Vortrag. Dabei hob er die Vorteile der des digitalen Intraoralscans hervor, stellte aber auch die limitierenden Faktoren insbesondere bei der Full-Arch-Versorgung in den Mittelpunkt.Die Referenten des Themenblocks zur Regeneration diskutierten im Anschluss ihre Vortragsinhalte und beantworteten Fragen, unter anderem zur Ossix plus Membran und deren verlängerte Resorbierbarkeit.
Der Stig Hansson Award 2026 ging in diesem Jahr an die Abteilung Parodontologie der Universität Göteborg.Dr. Jan Derks betonte die Bedeutung der frühen Diagnose beim Thema Periimplantitis: Sondieren ist Pflicht – ohne Grenzwerte beim BOP. Entzündung beginnt im Weichgewebe, Knochenverlust ist nur das Symptom. Fehlende Blutung spricht für stabile Verhältnisse; Biofilmkontrolle ist entscheidend.Dr. Adrian Guerrero Segura zeigte sein Praxiskonzept für die Periimplantitistherapie, nicht-chirurgisch mit zusätzlicher Antibiotika-Gabe, und chirurgisch mit Verwendung einer Titaniumbürste für die Entfernung des Biofilms.Der digitale Workflow stand auch in der begleitenden Ausstellung im Fokus. Erlebbar gemacht wurde dieser Workflow in Göteborg auch mit Hilfe von Virtual Reality.