Der 32. Jahreskongress der DGI im Kongresszentrum Wiesbaden ist im vollen Gange. Scheinbar gibt es kaum noch Kontraindikationen für eine implantologische Versorgung.
pip Redaktion Berlin4 Min. Lesezeit
Der 32. Jahreskongress der DGI im Kongresszentrum Wiesbaden ist im vollen Gange. Scheinbar gibt es kaum noch Kontraindikationen für eine implantologische Versorgung: Einstige Risikogruppen können dank verbesserter bildgestützter Diagnostik und auch vieler technologischer Hardware- und regenerativer Innovationen der jüngsten Zeit sicherer und vorhersagbarer therapiert werden, und engmaschige Nachsorge-Konzepte sichern den Langzeiterfolg. Also „Implantologie für alle “ – sowohl beim Patienten als auch beim Behandler?
Der 32. Jahreskongress der DGI im neuen Kongresszentrum von Wiesbaden unter Kongresspräsident Prof. Dr. Dr. Knut A. Grötz gibt darauf eine differenziertere Antwort. Die Praxen werden sich künftig aufgrund des demographischen Wandels und komplexer allgemeinmedizinischer Therapien vermehrt auf Risikopatienten einstellen müssen. Entsprechend bedarf es einer individualisierten, auf die ganz eigenen gesundheitlichen Gegebenheiten des Patienten angepassten Implantatchirurgie und -prothetik. Damit erstreckt sich die Frage „Implantologie für alle?“ gleichzeitig aber auch auf den Behandler. Bis zu welchen Eingriffen ist der Generalist ausreichend gewappnet, und ab wann sind Sepzialisten gefordert? Den steigenden Anforderungen und immer komplexer werdenden Konzepten muss auch die Fortbildung Rechnung tragen.
Neben den klassischen Themen stehen daher kompromittierte und Risiko-Patienten ebenso wie die Alterszahnheilkunde unter dem Schlagwort „zahnlos-Demenz-Heim“ am Jahreskongress im Mittelpunkt. Die Ästhetik kommt dabei nicht zu kurz, unter Betonung von Patienten, die aufgrund der direkten Sichtbarkeit ihrer Restauration besondere Zuwendung benötigen.
Eine „Speaker´s Corner“ im internationalen Forum sorgt für lebendige Diskussionen im engeren Kreis, und auch der traditionelle Gala-Abend ersteht in frischem neuen Gewand als ein lockeres Get-Together in der großen Industrieausstellung. Bei Rheingauer Riesling und im Sinne des Wortes kunst-voll gerahmt von der großartigen Light Air von Prof. Dr. Rainer Schmelzeisen zeigt sich die größte deutsche implantologische Fachgesellschaft von einer ganz neuen Seite.
Einblicke in den DGI-Jahreskongress 2018
Stimmungsvoller Empfang zum Jahreskongress der DGI
Eröffnung des ersten DGI-Kongresses in Wiesbaden durch Prof. Dr. Dr. Grötz.
Begrüßung durch den Präsidenten der Landeszahnärztekammer Hessen.
Die Vorsitzenden der Landesverbände der DGI Rheinland-Pfalz und Hessen begrüßen die Teilnehmer und weisen auf ihre gemeinsame Nachmittagsveranstaltung „ Wundheilung – ganz schön blutig“ hin.
Prof. Dr. P. Rammelsberg, Universität Heidelberg, beleuchtet die aktuelle Literatur zu Implantaten bei Patienten mit Kiefergelenksproblemen.
Es könnte sein, dass mechanische Komplikationen bei Bruxismus und Implantaten vermehrt auftreten, resümiert er Manfredinis Review.
20 Mikrometer mehr Verschleiß an der monolithischen Zirkonoxidkeramikkrone gegenüber zum natürlichen Zahn bei Bruxern sind ein vertretbarer Verschleiß, demonstriert Prof. Rammelsberg.
Prof. Dr. Dr. Robert Sader in seinem Vortrag Ästhetik „Es geht nicht darum, dass es schön aussieht, …. wir müssen beides berücksichtigen, Ästhetik und Funktion“.
Die DGI und die DGÄZ schließen heute auf dem DGI-Kongress einen Kooperationsvertrag. Prof. Sader hat bereits einen Patienten für eine gemeinsam zu findende neue Versorgung …
Priv.-Doz. Dr. Markus Schlee berichtet von der Leitlinien-Konferenz über eine vorhandene aber dünne Evidenz, die für eine Verdickung von Weichgewebe an Implantaten spricht.
Priv.-Doz. Dr. Dr. Markus Schlee klassifiziert und schildert seine Systematik einer möglichen Vorgehensweise.
Prof. Dr. Florian Beuer, Berlin, präsentiert eine 17-Punkte-Checkliste der Ästhetik.
Zahntechnikermeister S. Schunke, Forchheim, erklärt die Vorgehensweise bei der virtuellen Planung.
Das Referententeam diskutiert über das Risiko eines mangelnden prothetischen Know-how in der kommenden Zahnarztgeneration.
Tischdemonstrationen bieten den Teilnehmern und …
… den Referenten optimale Möglichkeiten für den kollegialen Austausch
Der Vorstand der DGI lädt zur Pressekonferenz.
Prof. Dr. Dr.Dr. Robert Sader (DGÄZ) berichtet über die wesentlichen Inhalte des neu auf dem DGI-Kongress geschlossenen Kooperationsvertrag.
Prof. Dr. Frank Schwarz stellt die ihm wichtigen Anliegen in seiner Zeit als Präsident der DGI vor.
PD Dr. Gerhard Iglhaut: Die geschlossene Einheilung erhöht die Qualität der Periimplantitistherapie.
Die Tischdemonstrationen sind gut besucht.
Die Industrieausstellung ist morgens bereits gut besucht.
Dr. T. Bernhart aus Wien in seinem Vortrag „Digital – ist mir egal?“.
Viel los am Stand von Nobel Biocare.
Prof. Dr. Andrea Mombelli berichtet über die Ergebnisse der fünften EAO Konsensus-Konferenz in Päffikon, CH.
Anhand der aktuellen Literatur zeigt Prof. Mombelli auf, welche Evidenz für einen kausalen oder assoziierten Zusammenhang mit einer Titanunverträglichkeit sprechen.
„Titanoxid wirkt sogar antibakteriell“, resümiert Prof. Mombelli in seinem fantastischen Vortrag.
Dr. Norbert Grosse betont die Bedeutung einer Plattform für den Wissenstransfer von sog. „knowlegde Nuggets“.
Der 32. DGI-Kongress in Wiesbaden mit dem Motto „Personalisierte Implantologie -Implantologie für Alle?“ bot über 1.500 Teilnehmern Raum zur Wissenserweiterung und zur Diskussion.