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PIP vor Ort

MKG Update goes 2020!

Ärzte, Zahnärzte, Fachärzte und Fachzahnärzte sowie Doppeltapprobierte beider Studiengänge trafen sich zum neutralen und hochaktuellen Update-Seminar.

pip Redaktion6 Min. Lesezeit
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Wiesbaden Geballte Information in Wiesbaden: Ärzte, Zahnärzte, Fachärzte und Fachzahnärzte sowie Doppeltapprobierte beider Studiengänge trafen sich zum neutralen und hochaktuellen Update-Seminar – traditionell in den Räumen des Dorint Pallas in Wiesbaden.

„Wie so oft sind es die einfachen Ideen, die erfolgreich sind und sich durchsetzen“, beschreiben es die Update-Macher auf ihrer Webseite. Vor der Take-Home-Message werden unüberschaubare Mengen produzierter Fachartikel in unzähligen Fachjournalen gesichtet, bewertet und in einem konzentrierten Überblick präsentiert. Die wertvoll und hart erarbeitete Essenz aus neuesten Studienergebnissen der relevantesten internationalen Fachzeitschriften wurde mit einem erheblichen persönlichen Zeitaufwand und viel Engagement der Helfer und Unterstützer des MKG Update erarbeitet, geplant, organisiert, strukturiert und von den Fachleuten recherchiert und dokumentiert. Wesentlich dabei ist immer das Herausstellen der Relevanz für die Anwendung in Klinik und Praxis – ob mit absence of evidence oder evidence of absence.

Umfangreiche Nachschlagewerke in print und ebook

Alle essenziellen Themen eines Fachgebietes werden in 45- bis 60-minütigen Teilseminaren behandelt. Im Nachgang erhält jeder Seminarteilnehmer vor Ort das aktuelle MKG-Update-Handbuch oder -eBook mit allen Manuskripten der Referenten sowie Vortragspräsentationen als wertvollen und sicher oft genutzen Begleiter durch das ganze Jahr. Das Wissen der Referenten, allesamt erfahrene und hochangesehene Fachleute ihres Gebiets, in persönlicher Atmosphäre beim Speakers Corner abzufragen und die Essenz als fachliches Standardwerk mitzunehmen ist konzentrierte rein sachorientierte Fortbildung. Neben den klassischen Fachgebieten wie DVT-Bildgebung und 3D-Planung, Implantologie, Parodontologie, Kompromittierte Patienten, Implantate und Orale Medizin werden im Jahr 2020 als Hot Topic neu die Osteomyelitis, das dentoalveoläre und dentale Trauma, die rekonstruktive Chirurgie des Gesichtsschädels, das Weichgewebsmanagement sowie klassische Themen wie die WSR und die Spät- und Sekundärbehandlung von LKG-Spalten behandelt.

Mercy Ships Deutschland e. V.

Wie jedes Jahr werden die Aktivitäten und Ziele der Mercy Ships Deutschland e. V. präsentiert. med update stellt sich der gesellschaftlichen Verantwortung und unterstützt über förderungswürdige gemeinnützige Organisationen hilfsbedürftige Menschen im Ausland. Mercy Ships unterstützt die einheimische Gesundheitsfürsorge durch Schulung geeigneter Ärzte oder Zahnärzte und hilft mit dem Aufbau von geeigneten Strukturen bei der täglichen Arbeit vor Ort. Arbeitsschwerpunkte der Mercy Ships sind Operationen von Kindern mit angeborenen Fehlbildungen des Gesichts und der vorderen Schädelbasis, großen Tumoren der Knochen und Weichteile des Gesichts und deren Rekonstruktion, rekonstruktiven Eingriffen nach Noma, Korrekturen von Spätfolgen nach Schädelverletzungen und die plastische Wiederherstellung nach Verbrennungen von Gesicht und Hals.

Neutralität

Prof. Dr. Dr. Knut A. Grötz, Frau Prof. Dr. Andrea M. Schmidt-Westhausen sowie Prof. Dr. Dr. Stefan Haßfeld stehen als wissenschaftliche Leitung des MKG Update für Neutralität, eine produktneutrale Darstellung der Themen und die Aktualität der Inhalte zu den Kernthemen. Im Unterschied zu klassischen State of the Art-Vorträgen werden Themen präsentiert, deren sachgerechte objektive Darstellung sich an dem aktuellen Stand der Wissenschaft orientiert und jährlich aktualisiert wird.

Historie

Vor gut 20 Jahren wurde die Idee zum MKG Update vom Gastroenterologen Prof. Dr. Christian Ell entwickelt. Das Konzept des jährlichen Updatens unter der Schirmherrschaft der DGMKG und ihrer Akademie in Kooperation mit dem BDO, der AGKi und dem AKOPOM, der DGZMK und der DGI ist wie immer ein fachliches Highlight der Fortbildungsevents des Jahres.

Prof. Dr. Dr. Stefan Haßfeld wies darauf hin, dass die Autoren trotz geringer Evidenz bei enger Lagebeziehung von Wurzeln retinierter Zähne und dem Mandibularkanal ein DVT empfehlen.
Beim Vergleich von Literatur zu Endorevision und WSR zeigen die Daten keine langfristigen Unterschiede, kurzfristig scheint die chirurgische Variante die bessere zu sein, fasste Prof. Dr. Matthias Kreisler die geringe Studienlage im Bereich der Metaanalysen und Reviews zum Thema zusammen.
Zum Vergleich MRT und DVT beim Kiefergelenk kommentierte Prof. Haßfeld, dass es sein könnte, dass das DVT bald vom MRT abgelöst wird.
In der Literatur gäbe es viele Klassifizierungsversuche, begann Prof. Dr. Dr. Henning Schliephake und präsentierte dazu die Züricher Einteilung.
Es gälte, rein arbiträr, die Vier-Wochen-Grenze, um akute und chronische Osteomyelitiden zu unterscheiden, fasste Prof. Schliephake zusammen.
Der Pathologe Prof. Dr. Daniel Baumhoer wies auf die Möglichkeit einer histopathologischen Analyse hin, gerade, wenn die Diagnose schwer fiele.
Neu auf dem MKG Update: Die Tentpole-Technik mit der Schirmschraube von Geistlich Biomaterials.
Prof. Dr. Dr. Torsten Reichert referierte zuletzt 2015 über die Speicheldrüsentumore, seitdem hat sich mit der neuen Leitlinie viel getan.
Die histologische Analyse der Speicheldrüsentumore ist auch für den klinischen Alltag relevant, zeigte Prof. Reichert.
IMRT und HBO senken das Risiko einer infizierten Osteoradionekrose, zeigte Prof. Dr. Dr. Knut A. Grötz.
Die Mundhöhlensanierung vor Strahlentherapie hat als Prophylaxemaßnahme der ONJ höchste Evidenz, betonte Prof. Grötz.
Prof. Dr. Dr. Dirk Nolte wies auf die Verbreitung des dentalen Traumas von 25-30 % weltweit hin, das dT habe von allen auf dem MKG Update präsentierten Erkrankungen die höchste Prävalenz.
„Die WSR ist eine vorhersehbare Therapieoption bei furkationsbeteiligten Molaren im Rahmen der systematischen Parodontaltherapie“, stellte Prof. Dr. Anton Sculean heraus.
„Freihandgeführte Implantatinsertion, also sozusagen ‚brainguided‘ ist beim geübten Chirurgen vollkommen in Ordnung“, zeigte Prof. Al-Nawas.
„Wir brauchen ein wenig okklusale Belastung,“ forderte Prof. Al-Nawas.
„Keiner hat gesagt, dass Augmentieren einfach geht“, bemerkte Prof. Dr. Dr. Henning Terheyden zur Technik des Bone Splittings im Oberkiefer.
„Das ist sicherlich der höchste Stand der Technik“, bemerkte Prof. Terheyden zur digital geplanten 3D-Technik mit Meshes beim Kieferkammaufbau.
„Wenn Patienten mit Tumoren im Kiefer- und Gesichtsbereich nach rekonstruktiver Therapie nur mit einer Platte versorgt wurden und lange überleben, kann es zu Komplikationen kommen“, erläuterte Prof. Dr. Dr. Jürgen Hoffmann.
„Es gibt unwiederbringliche Verluste, mit der Extraktion des Zahnes haben wir immer eine Schwachstelle“, proklamierte Prof. Dr. Dr. Johannes Kleinheinz.
„Jeder Patient bekommt die Schnittführung, die zu ihm und seiner Situation passt – man muss nur wissen, worauf man achten muss!“, zeigte Prof. Kleinheinz auf.
Alles was über drei Millimeter geht, ist nach der neuen Klassifikation eine Periimplantitis, klärte Prof. Dr. Henrik Dommisch auf.
Den mit dieser Fortbildung verbundenen, hoch konzentrierten Wissensgewinn schätzten auch viele Zahnärzte in Vorbereitung auf die Weiterbildungsprüfung zum Oralchirurgen, hier bei Prof. Dommisch aus dem parodontologischen Fachbereich.
„Beim Vergleich von Literatur zu Endorevision und WSR zeigen die Daten keine langfristigen Unterschiede, kurzfristig scheint die chirurgische Variante die bessere zu sein“, fasste Prof. Dr. Matthias Kreisler die geringe Studienlage im Bereich der Metaanalysen und Reviews zum Thema zusammen.

MKG UPDATE 2021 5.-6. Februar 2021, Wiesbaden

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