National Osteology Symposium 2025
National Osteology Symposium 2025: Da rieb man sich doch erst einmal verwundert die Augen – das sollte die eher behäbige, schwer in der Wissenschaft verwurzelte Osteology sein?

Nationale Osteology Symposium 2025: Da rieb man sich doch erst einmal verwundert die Augen – das sollte die eher behäbige, schwer in der Wissenschaft verwurzelte Osteology sein? Dass harte Evidenz und Fortbildungs-Fun kein Widerspruch sind, zeigte das Nationale Osteology Symposium im Mai in Düsseldorf mit einer Veranstaltung, die neue Maßstäbe setzte. Bild: „Hier passt keine Maus mehr rein“ – der Kongress war weit im Vorfeld ausgebucht.
Gewagt – und gewonnen: Über 450 Teilnehmer fanden sich im Mai in der Event-Location „Rheinriff“ in Düsseldorf zum Nationalen Osteology Symposium zusammen. Der neue frische Auftritt der Foundation und ihres Hauptsponsors Geistlich Biomaterialien wurde belohnt: Die stets dem Kongressvortag vorgeschalteten praktischen Workshops, das begleitende DH-Symposium und auch der Hauptkongress am Samstag waren schon Wochen zuvor restlos ausgebucht.

Viele junge Gesichter
Schon in den Workshops am Freitag zeigte sich ein signifikant neuer Alters- und Geschlechterdurchschnitt. Viele junge, und, nach den Abschlussquoten der letzten Jahre nur konsequent, sehr viele weibliche Teilnehmer ließen sich das „Hands on“ mit Experten nicht entgehen. Die praktisch und interaktiv gestalteten Workshops behandelten unter der Betreuung der beiden wissenschaftlichen Symposiumsleiter Priv.-Doz. Dr. Ausra Ramanauskeite und Prof. Dr. Dr. Eik Schiegnitz Themen wie Knochenaugmentation mittels Schalentechnik, Schirmschraubentechnik unter Biologisierung mit Hyaluronsäure und Polynukleotiden, Umgang mit PRF, Sofortimplantation und die Alveolarkammaugmentation mittels GBR sowie komplexe Augmentation durch patientenindividualisierte, CAD/CAM-gefertigte Titangitter. DH Vesna Braun bestritt im ebenfalls voll besuchten Parallelprogramm für die DH einen Workshop zum Einsatz von Hyaluronsäure in der adjuvanten PA-Therapie.


Die nächste (Re)Generation
Um eine neue Generation an Teilnehmern an die Fortbildungen zu locken, muss man ihre Vorbilder auch auf die Bühne lassen. Prof. Ramanauskaite und Prof. Schiegnitz stellten das wissenschaftliche Hauptprogramm am Samstag sehr geschickt aus langzeiterfahrenen Experten, jungen Wissenschaftlern und Klinikern zusammen. „Hier passt keine Maus mehr rein“, freute sich Prof. Schiegnitz über ein randvolles Haus, das ihr mutiges Konzept vollumfänglich bestätigte. „Bei manchen Unternehmen gewinnt man den Eindruck, dass vor lauter digitalen Workflows gar keine Chirurgie mehr stattfindet“, bemerkte Prof. Dr. Dr. Hendrik Terheyden, „dabei wird es genau die Kunstfertigkeit in diesem Bereich sein, die die Basis für die Prothetik bietet.“ Univ.-Prof. Dr. Henrik Dommisch gab den Agent Provocateur und zeigte eine ganze Reihe von Fällen mit beeindruckender parodontaler Regeneration. „Da hatten wir doch den ein oder anderen Zahn schon auf dem Tisch gesehen“, lobte Moderator Prof. Dr. Dr. Bilal Al-Nawas die Fähigkeiten des Referenten. Mit dem Einsatz von patientenindividuellen Titan-Meshes gewinnt Priv.-Doz. Dr. Dr. Keyvan Sagheb umso mehr Zeit für die Optimierung des Weichgewebes.

Biologisierung oder Boost
„Braucht die Zelle überhaupt Biologisierung?“, schüttete Prof. Dr. Reinhard Gruber etwas klärendes Wasser in die aktuelle PRF-Trunkenheit. Dr. Marie-Sophie Katz hielt mit aktuellen Studien dagegen, nach denen neben dem positiven Einfluss von PRF auf die Weichgewebsregeneration durchaus auch beim Knochen regenerative Tendenzen zu sehen seien. Das Handling verbessere den Einsatz in jedem Fall. Für Priv.-Doz. Dr. Dr. Markus Schlee stellt sich die Frage des „Hype oder Hope?“ beim Einsatz von Hyaluronsäure und Polynukleotiden. Er mahnte weitere RCT an, „damit wir in zwei Jahren mehr zeigen können als nur schöne Fälle“. Dr. Laura Wanner verglich Block- und Schalenaugmentation und warnte vor der einst populären Überkonturierung. Überzeugende Ergebnisse mit der Schirmschraubentechnik hatte Priv.-Doz. Dr. Jonas Lorenz. Priv.-Doz. Dr. Amely Hartmann demonstrierte im Gespann mit Dr. M.Sc. M.Sc. Marcus Seiler die Zukunft der Augmentation mittels resorbierbarer Titangitter. „Regeneration braucht Zeit –Sie können die Biologie nicht betrügen!“, kritisierten sie dabei den Trend zu immer zügigeren Protokollen. Vom einstigen Goldstandard des autologen Knochens will sich Seiler verabschiedet sehen: „Goldstandard ist für mich das Verfahren, was für den Patienten am atraumatischsten, gleichzeitig vorhersagbar und zuverlässig ist und den Operateur schnell und unkompliziert ans Ziel bringt!“ Den abschließenden Kampf der Konzepte zum periimplantären Weichgewebe als Faktor für langfristigen Implantaterfolg bestritten Dr. Frederic Kauffmann, Prof. Dr. Daniel Thoma und Priv.-Doz. Dr. Frank Spitznagel.
Work hard, play hard
Ein absolutes Highlight bildete das Get-Togeter „At the Beach“ am Freitagabend mit Strand-Volleyball, Surfen, Lagerfeuer, Barbecue und DJ-Musik, zu der bis Mitternacht ausdauernd getanzt wurde. Das Böhler-Areal mit dem „Rheinriff“ und vielen weiteren Event-Locations diente einst dem gleichnamigen Wiener Unternehmen, das hier Stahl produzierte. Nun gab es stattdessen an zwei Tagen stahlharte Evidenz. Selbst der Wettergott war der Meinung, dass man den Wagemut der „Osteologen“ belohnen sollte und belohnte die Veranstaltung mit strahlendem Sonnenschein für das richtige Beach-Feeling. Staut die Donau auf: 2026 kommt das Internationale Osteology-Symposium nach Wien!
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