Programm-Feuerwerk beim Camlog Jubiläumskongress
„25 years of making Connections“, lautete das Motto des Camlog Jubiläumskongresses in der Motorwelt Metzingen. Mehr als 800 Gäste der großen Camlog Familie kamen zum Gratulieren und Feiern zusammen.

„25 years of making Connections“, lautete das Motto des Camlog Jubiläumskongresses in der Motorwelt Metzingen. Mehr als 800 Gäste der großen Camlog Familie kamen zum Gratulieren und Feiern zusammen. Bild: Mehr als 800 Mitglieder der „Camlog Familie“ feierten das Jubiläum in der Motorwelt Metzingen.
Die beiden Camlog Geschäftsführer Martin Lugert und Markus Stammen eröffneten den Jubiläumskongress und begrüßten die „Camlog Familie“ in Metzingen. Denn eines machten beide klar: „Ohne unsere Kunden wären wir nichts und würden jetzt nicht hier vorne stehen können.“ Emotional wurde es auch bei der Ehrung der Camlog Gründergruppe um Dr. Axel Kirsch, Dr. Karl-Ludwig Ackermann und ZTM Gerhard Neuendorff sowie des langjährigen Camlog Geschäftsführers Michael Ludwig, die den Weg für die Erfolgsstory des Unternehmens ebneten.
Tolle Langzeitdaten aus der Uniklinik Mainz
Den Anfang des zweitägigen Programm-Feuerwerks machte Prof. Dr. Dr. Bilal Al-Nawas, der einen Blick auf 25 Jahre Wissenschaft mit Camlog Implantaten warf. Speziell für das Jubiläum ließ er an der Uniklinik Mainz eine Mitarbeiterin die Patienten der ersten Camlog Implantat-Serie von 2001 bis 2009 nachuntersuchen. Damals wurden in dieser Zeit 325 Patienten mit rund 1.102 Implantaten versorgt und jetzt versucht, diese Patienten zu erreichen und nachzuuntersuchen. Die erstaunlichen Ergebnisse: Die Langzeitüberlebensrate beträgt mehr als 90 Prozent und die Periimplantitis-Rate weniger als zehn Prozent. Nicht vergessen sollte man, wie Prof. Al-Nawas betonte, dass die Patienten an der Uniklinik meist Patientenfälle mit schwierigen Verhältnissen wie atrophierte Kiefer, Strahlenpatienten etc. seien, wodurch die Ergebnisse noch zusätzlich beeindruckten.
Ohne Weichgewebe geht es nicht
Ästhetische 3D-Rekonstruktion mit Hart- und Weichgewebetechniken hatte Prof. Dr. Michael Stimmelmayr als Thema. Ideal sei es, wenn man sich nach der Behandlung fragen muss, wo das Implantat eigentlich gesetzt sei. Für dieses Ziel ist oftmals ein dreidimensionaler Ausbau im Hart- und Weichgewebe nötig. Was ihn oft erstaunt, seien Oralchirurgen, die noch nie ein Weichgewebstransplantat gesetzt haben. Dabei sei anhand zahlreicher Forschungsergebnisse klar, dass man in der Gingivahöhe mindestens zwei, besser drei Millimeter und bei der Gingivadicke mindestens zwei Millimeter bräuchte. Ist das Weichgewebe nicht vorhanden, müsse ein Bindegewebstransplantat die Lücke auffüllen.

Für Priv.-Doz. Dr. Gerhard Iglhaut ist der digitale Workflow mittlerweile der Schlüssel zum Behandlungserfolg. Vor drei Jahren hat er seine Praxis in Memmingen komplett digital modernisiert. „Ich arbeite mit Implantaten nur noch schablonengeführt. Durch die digitale Planung erreiche ich ein Backward-Planning in Perfektion“, sagte Dr. Iglhaut. Wenn er höre, dass nur rund zehn Prozent der Kollegen mit Guided Surgery arbeiten, rät er gerade jungen Kolleginnen und Kollegen: „Fangt damit an!“ Auch für die Zusammenarbeit mit dem Zahntechniker sei der digitale Workflow klar von Vorteil. Weitere Vorträge befassten sich mit der Entscheidungsfindung in der Sofortbelastung sowie dem Einsatz von Biomaterialien wie NovoMatrix in der Augmentation, bevor Dr. Dr. Anette Strunz zum Abschluss betonte, wie wichtig positive Kommunikation in der Zahnarztpraxis sein kann. So werde beim Patienten eine angstfreie Umgebung geschaffen. Zudem gelte es in Beratungsgesprächen aufmerksam zu sein, um die Bedürfnisse des Patienten erfahren zu können. Passend dazu stellt Camlog im Dezember ein brandneues Oral Health Programm vor, das Patienten bei der Implantatnachsorge unterstützen soll, verriet Dr. Strunz den Teilnehmern in Metzingen.


Irrtümer in der Implantologie
Der zweite Kongresstag nahm genauso schnell Fahrt auf wie der erste: Prof. Dr. Frank Schwarz widerlegte einige der hartnäckigsten Irrtümer der Implantologie. Denn noch immer werde eine Sofortimplantation mit ästhetischen Komplikationen assoziiert oder behauptet, Barrieremembranen würden die schnelle Proliferation von Bindegewebe und Epithelzellen im Defektbereich verhindern. Falsch sei laut Prof. Schwarz auch die Annahme, dass Keramikimplantate weniger periimplantäre Mukositis bekommen würden, diese aber in der Tat eine geringere Prävalenz für Periimplantitis hätten. Es folgte ein Teil des Programms, der sich vor allem der Implantatprothetik widmete. Dabei teilten sich Zahnmediziner und Zahntechniker in den Vorträgen teilweise gemeinsam die Bühne. Beide Rollen in einer Funktion lieferte Prof. Dr. Florian Beuer MME in seinem Vortrag. Er stellte beispielsweise die These auf, dass die Implantologie die zahnärztliche Prothetik erst richtig möglich gemacht oder zumindest entscheidend verändert habe. Komplizierte Konstruktionen, um herausnehmbare Restaurationen an Zähnen zu verankern, gehörten heute der Vergangenheit an – oder sollten es zumindest. Prof. Beuer äußerte den Wunsch, dass diesem Ansatz auch zukünftig stärker in der universitären Ausbildung Rechnung getragen werden sollte.





