Regedent: 3-Länder-Symposium zur modernen Hyaluronsäure
Kann Hyaluronsäure ein game changer in der Therapie werden – egal ob bei PA-Patienten, periimplantären Entzündungen sowie auch Implantatpatienten? Dieser Frage ging das 3-Länder-Sympoisum von Regedent in Bregent mit dem Titel „Moderne Hyaluronsäure in Parodontologie und dentaler Chirurgie“ auf den Grund.
pip Redaktion4 Min. Lesezeit
Kann Hyaluronsäure ein game changer in der Therapie werden – egal ob bei PA-Patienten, periimplantären Entzündungen sowie auch Implantatpatienten? Dieser Frage ging das 3-Länder-Sympoisum von Regedent in Bregent mit dem Titel „Moderne Hyaluronsäure in Parodontologie und dentaler Chirurgie“ auf den Grund.
Nicht ganz so tief, wie auf den Grund des Bodensees mussten die Teilnehmer dafür tauchen. Denn die Vorträge der Referenten, zusammengestellt vom wissenschaftlichen Leiter des Symposiums, Prof. Dr. Anton Friedmann, beleuchteten die Möglichkeiten der Hyaluronsäure ganz intensiv an Land.
Generell zeigte sich, dass es viele erfolgsversprechende Anwendungsmöglichkeiten der quervernetzten Hyaluronsäure, speziell innerhalb des Clean & Seal Konzeptes gibt. Klinische Daten zeigen positive Daten bei der Behandlung parodontaler Taschen, in der Periimplantitis-Therapie und sogar bei oralchirurgischen Eingriffen. Allerdings, das betonten alle Referenten in Bregenz, fehle es noch an einer größeren Evidenz für manche Indikationen. Aber auch hier würden aktuell immer mehr wissenschaftliche Studien veröffentlicht.
Regedent-Geschäftsführer Dr. Thomas Gottwald begrüßte die Teilnehmer beim 3-Länder-Symposium in Bregenz. Er und sein internationales Team hatten eine internationale Fortbildung auf die Beine gestellt, bei der sowohl Referenten als auch Teilnehmer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz anwesend waren.
Prof. Dr. Anton Friedmann eröffnete das Symposium mit dem Titel „Moderne Hyaluronsäure in Parodontologie und dentaler Chirurgie“ als wissenschaftlicher Leiter und stellte sowohl die Vorträge als auch die Referenten vor.Rund 90 Teilnehmer kamen nach Bregenz zum Regedent-Symposium und genossen eine spannende Fortbildung mit einem prächtigen Blick auf den Bodensee.Den Anfang machte PD Dr. Kristina Bertl mit ihrem Vortrag zum Einsatz von Hyaluronsäure in der nicht-chirurgischen Therapie von parodontalen Effekten. Dabei zeigte sie ausführlich die einzelnen Schritte des Clean & Seal Konzepts. Wichtig sei es beispielsweise beim cleaning mit Perisolv mindestens 60 Sekunden nach dem applizieren mit der mechanischen Reinigung zu warten. Anschließend könne man diese Prozedur so oft wie nötig wiederholen, bis das gesamte Debridement aus der parodontalen Tasche entfernt ist.
Bertls Kollegin, Zahnärztin Viktoria Plyeshakova, ergänzte den Vortrag. Sie zeigte anhand einiger Fallbeispielse den Erfolg, der mit dem Clean & Seal Konzept in ihrer Praxis erreicht worden ist. Die klinischen Erfolge der nicht-chirurgischen PA-Therapie umfassen dabei beispielsweise eine doppelte Taschenschließungsrate oder bis zu 1 mm weniger Taschentiefe.Gemeinsam mit PD Dr. Alexandra Stähli aus Bern blickte Prof. Dr. Anton Friedmann auch auf die Auswirkungen von Hyaluronsäuer in der Periimplantitis-Therapie. Dort sind laut offizieller EFP-Leitlinien adjuvante Techniken bisher nicht erfolgsversprechend. Friedmann versucht in Witten/Herdecke immer wieder die Grenzen des Clean & Seal Konzepts auszureizen und hatte sogar einen Erfolg bei einem Patienten mit Periimplantitis mit Furkationsbeteiligung. Es würde zwar für die Periimplantitis-Therapie die Evidenz fehlen, aber der Einsatz von quervernetzter Hyaluronsäure zeige klinisch vielversprechende Ergebnisse.Das konnte auch PD Dr. Alexandra Stähli bestätigen, die ganz frische Daten einer Studie aus Bern mitbrachte bei der bei 18 von 20 Patienten in der UPT mit Residualtaschen dank Clean & Seal deutliche Verbesserungen erreicht werden konnten.
Einen großen Vorteil bei der GBR sieht Dr. Frederic Kauffmann in der Anwendung von quervernetzter Hyaluronsäure. Diese würde nicht nur die Wundheilung in allen Stadien verbessern sondern auch das Handling von Knochenersatzmaterial verbessern. Man bekomme zwar nicht so einen „sticky bone“ hin, wie bei der Mischung von KEM und Blut. „Aber durch die Rehydrierung mit Hyaluronsäure lässt sich Knochenersatzmaterial im klinischen Alltag viel einfacher verarbeiten“, so der Experte.Auch Univ.-Ass. Dr. Danijel Domic betonte die Vorteile von quervernetzter Hyaluronsäure im chirurgischen Alltag. Er belegte, dass durch das Material mehr Knochenneubildung erfolgen würde und weniger Residualpartikel zu finden sein. Besonders die verkürzte Heilungszeit durch die Verwendung von quervernetzter Hyaluronsäure stellte er in den Mittelpunkt seines Vortrages. Dadurch sei es bei einer GBR oftmals bereits möglich, nach 4 Monaten anstelle von 6 Monaten zu implantieren.Zum Abschluss des Symposiums kamen die Teilnehmer noch in den Genuss eines Hands-on Workshops. Dabei wurden unter anderem Schnittführungen und Nahttechniken sowie die Biologisierung von KEM und Membranen ausprobiert.