Tissue-Level-Implantate: Neue Perspektiven auf der EuroPerio 11
Die EuroPerio 11 in Wien war einmal mehr Schauplatz zukunftsweisender Entwicklungen in der Parodontologie und Implantologie. Besonders großes Interesse zog die Session mit dem Titel „Zero Peri-Implantitis“ auf sich – nicht nur wegen des ambitionierten Themas. Denn in den Vorträgen wurde der weltweit erste Verbund zwischen lebendem Weichgewebe und der transmukosalen Oberfläche eines Zahnimplantats vorgestellt.

Die EuroPerio 11 in Wien war einmal mehr Schauplatz zukunftsweisender Entwicklungen in der Parodontologie und Implantologie. Besonders großes Interesse zog die Session mit dem Titel „Zero Peri-Implantitis“ auf sich – nicht nur wegen des ambitionierten Themas. Denn in den Vorträgen wurde der weltweit erste Verbund zwischen lebendem Weichgewebe und der transmukosalen Oberfläche eines Zahnimplantats vorgestellt.
In den Vorträgen auf der EuroPerio 11 wurde der weltweit erste Verbund zwischen lebendem Weichgewebe und der transmukosalen Oberfläche eines Zahnimplantats vorgestellt. Der vorgestellte Weichgewebsverbund wirkt wie eine dynamische, lebende Schutzbarriere gegen das Eindringen von Plaque und pathogenen Keimen. Laut mehrerer aktueller Studien kann dieser biologische Kontakt zwischen Schleimhaut und Implantatoberfläche das Entstehen periimplantärer Entzündungen signifikant reduzieren – oder sogar ganz verhindern. Die Voraussetzung dafür liegt im Zusammenspiel zweier Konzepte: dem Tissue-Level-Design des Implantats und einer speziell entwickelten Oberflächentopografie im transmukosalen Bereich. Während der Veranstaltung in Wien sprach Prof. Dr. Gil Alcoforado, international renommierter Implantologe und Session-Speaker, über seine persönlichen klinischen Erfahrungen mit verschiedenen Implantatdesigns.
„Als ich in den Achtzigerjahren begann, Implantate zu setzen, wussten wir nicht einmal, dass es Periimplantitis überhaupt gibt. Damals hatte ich einige Jahre lang erfolgreich Tissue-Level-Implantate verwendet. Dann bin ich auf Bone-Level umgestiegen, weil es hinsichtlich der Ästhetik – laut damaliger Evidenz – besser erschien, den Rand weiter von der Weichgewebsgrenze entfernt zu positionieren.“
Gegenüberstellung führte zur Konzept-Rückkehr
Doch mit diesem Wechsel traten Probleme auf. Nach einigen Jahren beobachtete er erstmals funktionelle Komplikationen und periimplantären Knochenverlust – Probleme, die er bei seinen früheren Tissue-Level-Versorgungen nicht kannte. Eine systematische Gegenüberstellung führte zu einem deutlichen Entschluss:
„Ich habe dann die vor zwanzig Jahren gesetzten Tissue-Level-Implantate mit den kürzlich eingesetzten Bone-Level-Implantaten verglichen und entschieden, zum Tissue-Level-Konzept zurückzukehren. Es erscheint mir heute einfach sinnvoller, den Spalt an der Implantat-Abutment-Verbindung weiter entfernt vom Knochenniveau zu positionieren.“
Die EuroPerio11 hat deutlich gemacht: Die konsequente Weiterentwicklung von Implantatdesigns – besonders im Hinblick auf biologische Integration – ist ein zentraler Schlüssel zur Vermeidung von Periimplantitis. Der vorgestellte Weichgewebsverbund in Kombination mit dem Tissue-Level-Konzept zeigt, dass technologische Innovation und biologische Prinzipien Hand in Hand gehen können. Die Einschätzung von Prof. Alcoforado verleiht dieser Entwicklung zusätzliches Gewicht und könnte in den kommenden Jahren die Implantologie maßgeblich prägen.




