175 Jahre Geistlich: Pioniergeist mit Evidenz
Geistlich feiert 175 Jahre Unternehmensgeschichte und richtet den Blick weiter auf regenerative Medizin, wissenschaftliche Evidenz und internationale Expansion.

Interview mit Diego Gabathuler, CEO Geistlich
Geistlich feiert 175 Jahre. Was bedeutet das Jubiläum für Sie?
Was mich bei Geistlich von Beginn an fasziniert hat, ist der unbändige Pioniergeist von allen Mitarbeitenden. In 175 Jahren hat sich das Unternehmen mehrfach erfolgreich neu erfunden. Diese Stärke hat uns vom führenden Leimhersteller zum globalen Champion der regenerativen Zahnmedizin gemacht und hilft uns auch, in der Dynamik der heutigen Zeit erfolgreich zu bleiben. Wir stehen für absolute Spitzenqualität und Zuverlässigkeit. Als Familienunternehmen denken und handeln wir langfristig und lassen uns von kurzfristigen Trends nicht ablenken. Für mich stehen 175 Jahre Unternehmensgeschichte für Zuverlässigkeit, höchste Qualität und Verantwortung – Werte, die unsere strategische Ausrichtung prägen.
Welche Rolle spielt der Portfolioausbau für die Wachstumsstrategie – und in welchen Bereichen der regenerativen Medizin sehen Sie derzeit das größte Potenzial?
Die Regeneration ist die Königsdisziplin in der Zahnmedizin, da sie die biologische Grundlage für Implantate, Kronen, Brücken und Prothesen bildet. Mit dem Portfolioausbau entwickeln wir uns in mehreren Dimensionen weiter. Wir ergänzen unser Portfolio durch Eigenentwicklungen, Akquisitionen und Partnerschaften. Wir konnten in den vergangenen drei Jahren mit den Akquisitionen von Lynch, Meta, Bionnovation und O.S.T. das Produktangebot relevant erweitern. Zudem expandieren wir in wichtigen Schwellenländern, etwa in Südostasien und Lateinamerika.
Mit Bio-Gide Forte bringt Geistlich eine weiterentwickelte Kollagenmembran nach Europa, die mehr Stabilität, erhöhte Zugfestigkeit und verbessertes Handling bieten soll. Welche konkreten klinischen Bedürfnisse liegen ihr zugrunde?
Über unser Customer Advisory Board mit internationalen Meinungsführern und erfahrenen Klinikern holen wir regelmäßig Feedbacks aus der Praxis ein. Bei einem dieser Treffen entstand der Wunsch nach einer Membran, die im benetzten Zustand stabiler ist. Ein weiteres Kriterium war, Eingriffe effizienter und zeitsparender durchführen zu können. Mit Geistlich Bio-Gide Forte haben wir diese Bedürfnisse aufgegriffen – bei gleichzeitig unveränderten biologischen Eigenschaften.
Wie wichtig ist Evidenz heute im Wettbewerb um Innovationen – und wo ziehen Sie die Grenze zwischen Produktweiterentwicklung und echter klinischer Neuerung?
In der Regeneration gibt es keine Abkürzungen, wenn es um evidenzbasierte Innovationen geht. So gehört es zum besonderen Konzept von Geistlich, neue Produkte nicht gleich nach Erhalt der Zulassung auf den Markt zu bringen. Stattdessen schließen wir an die Registrierung eine selektive Vorverkaufsphase an, um sicherzustellen, dass wir nur Produkte aktiv vermarkten, die durch zahlreiche wissenschaftliche und klinische Daten bestätigt wurden und die erfolgreich und sicher in der Anwendung sind.
Nur wenn ein Produkt in allen entscheidenden Kriterien überzeugt, bringen wir es auf den Weltmarkt. Das ist unser Anspruch und die Grenze, die wir im Wettbewerb um Innovation ziehen.
Wo sehen Sie Geistlich in zehn Jahren?
Wir fokussieren uns weiter auf die regenerative Medizin und sind überzeugt, dass ihr eine blühende Zukunft bevorsteht. Zentral ist für uns das Zusammenspiel von Mund- und Allgemeingesundheit – und damit die Qualität der Biomaterialien und Behandlungsabläufe. Bereits heute sind wir das einzige Unternehmen, das Regenerationslösungen „von Kopf bis Fuß“ anbietet. Diesen klaren Fokus wollen wir beibehalten und weiter ausbauen. Neben der Führungsrolle in der regenerativen Zahnmedizin sind auch unsere Produkte für Gesicht, Schulter, Wirbelsäule, Knie und Sprunggelenk weit vorne. Kurz: Bis 2035 wollen wir gemeinsam mit unseren Kunden die Lebensqualität von 80 Millionen Menschen verbessern und ihnen ihr gesundes und schönes Lächeln zurückgeben.




