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Implantatprothetik ohne Wechsel des Workflows

Dr. Andreas Schütt über kompatible Prothetikkomponenten, die Kosten senken, ohne den Workflow umzustellen und über geplante Generika-Implantate ab 2028.

pip Redaktion Berlin3 Min. Lesezeit
Dr. Andreas Schütt steht lächelnd vor einer weißen Wand. Er trägt eine schwarze Brille, ein dunkles Sakko, ein weißes Hemd und Jeans.

OrangeCAD setzt auf kompatible prothetische Komponenten für bestehende analoge und digitale Workflows. Im Interview erklärt Gründer Dr. Andreas Schütt, wie Labore und Praxen Kosten reduzieren können, ohne ihre Systeme umzustellen, und warum das Unternehmen ab 2028 auch eigene Generika-Implantate plant.

Herr Dr. Schütt, Sie haben OrangeCAD MED 2021 gegründet. Welche Idee stand damals hinter dem Unternehmen?

Wir wollten nicht noch einen weiteren Workflow auf den Markt bringen. Die Kunden sind mit den unterschiedlichsten Systemen und den dazugehörigen Workflows längst versorgt. Was ihnen aber fehlt, ist eine qualitativ hochwertige und gleichzeitig kostengünstige Alternative bei den prothetischen Teilen, die zu ihrem jeweiligen Workflow passen. Genau diese Lücke wollten wir schließen.

Ihr Portfolio reicht von Titanbasen und Pre-Mills bis zu Abutments und Multi-Unit-Komponenten. Wo liegt heute Ihr Schwerpunkt in der Implantatprothetik?

Mit unserem Produktportfolio decken wir mittlerweile praktisch sämtliche Indikationen ab – sowohl den klassischen analogen Workflow als auch, und das ist unser klarer Schwerpunkt, die CAD/CAM-gestützten digitalen Workflows.

Sie versprechen einen Lieferantenwechsel ohne Workflowwechsel. Was bedeutet das konkret für Labor und Praxis im digitalen Alltag?

Ganz konkret bedeutet das: Der Kunde muss seinen Workflow nicht ändern. Der Zahnarzt behält seine Scankörper. Das Labor arbeitet weiterhin mit seiner bestehenden Bibliothek und seinen gewohnten Fräshaltern. Die einzige Veränderung ist das prothetische Teil selbst – das bezieht der Kunde künftig von uns.

Gerade implantatprothetische Komponenten sind ein erheblicher Kostenfaktor. Wo entstehen mit Ihrem Konzept die größten wirtschaftlichen Vorteile?

Der wesentliche wirtschaftliche Vorteil entsteht durch die Substitution bestehender prothetischer Komponenten durch hochwertige, kompatible Alternativen – ohne dass der Kunde seinen gewohnten Workflow, seine CAD-Bibliotheken oder vorhandenen Systeme verändern muss. So sparen wir nicht nur bei den Produktkosten selbst, sondern vermeiden auch zusätzliche Aufwände, die bisher bei einem Workflowwechsel entstehen würden. Unser Anspruch ist es, hochwertige Implantatprothetik wirtschaftlich zugänglicher zu machen – ohne Kompromisse bei Qualität, Passung oder Sicherheit.

Günstigere Alternativen gibt es bereits. Wie stellen Sie sicher, dass bei Passung, Fertigungsqualität und regulatorischer Sicherheit keine Kompromisse entstehen?

Für uns ist entscheidend, dass eine wirtschaftliche Alternative nicht mit Abstrichen bei Qualität oder Sicherheit verbunden sein darf. Das gesamte Re-Engineering erfolgt deshalb im eigenen Haus – dadurch haben wir direkten Einfluss auf Entwicklung, Konstruktion und Fertigung. Sämtliche Produkte sind „Made in Germany“ und unsere Prozesse MDR-zertifiziert. Unser Anspruch ist es, nicht einfach ein günstigeres Produkt anzubieten, sondern eine qualitativ hochwertige und regulatorisch abgesicherte Alternative zu schaffen.

Auf einer Pressekonferenz haben Sie angekündigt, ab Frühjahr 2028 auch „Copycats“ etablierter Implantatsysteme auf den Markt bringen zu wollen. Was genau planen Sie hier und wie wollen Sie sich damit gegenüber den Originalherstellern positionieren?

Wir werden Generika-Implantate der führenden Implantathersteller auf den Markt bringen und erweitern unser Produktportfolio damit gezielt in den Bereich des Zahnarztes. Die Produkte werden sowohl einzeln als auch im Set erhältlich sein – ein Set besteht beispielsweise aus Implantat, Schraube, Ti-Base, Prefab und Analog. Damit erhält auch der Zahnarzt die Möglichkeit qualitativ hochwertige Produkte zu deutlich geringeren Kosten einzukaufen als bei den Originalherstellern. 

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