BTI Day 2025: Biologie und Biomechanik
Seit 25 Jahren ist der spanische Hersteller BTI Implants fester Bestandteil der implantologischen Szene in Deutschland. Die so aktuell diskutierte „Biologie“bei implantologischen Verfahren trägt das Unternehmen als Biotechnology Institute dabei von Anbeginn an im Namen. 2025 gibt es wieder einen BTI Day!

Seit 25 Jahren ist der spanische Hersteller BTI Implants fester Bestandteil der implantologischen Szene in Deutschland. Die so aktuell diskutierte „Biologie“bei implantologischen Verfahren trägt das Unternehmen als Biotechnology Institute dabei von Anbeginn an im Namen. 2025 gibt es wieder einen BTI Day! Interview mit Dr. Babak Saidi, Zahnarzt und Oralchirurg
Wie sehr amüsiert es BTI, wer auf einmal alles die ‚Biologie‘ für sich entdeckt?
Babak Saidi: Den diesjährigen Trendsetter bildete eindeutig die Biologie – und sicher wird es auch in Zukunft so bleiben. ‚Bio‘ war das Zauberwort: Ob Biologisierung, Biomaterial, biologische Implantologie oder ähnliches, die Biologie war omnipräsent. Nur weil wir uns implantologisch von einem mechanistischen Konzept weg bewegen bedeutet das aber nicht, dass wir damit bereits biologische Implantologie betreiben. Zu einem biologischen Konzept in einem biologischen System gehört viel mehr: Wir müssen auf das gesamte System schauen und unser Konzept an die individuellen Bedürfnisse der Patienten anpassen. Dabei machen wir uns nicht nur die patienteneigene Biologie durch den Einsatz autologer Wachstumsfaktoren zunutze, auch bei der Implantatauswahl darf die Berücksichtigung der Biologie nicht fehlen. Wieviel Knochen ist horizontal und vertikal vorhanden und in welcher Knochenqualität arbeiten wir? Die Anwendung individualisierter Bohrprotokolle, ein auf die biologischen Bedürfnisse ausgerichtetes Implantatdesign – sowohl in mikro- als auch in makroskopischer Hinsicht – und prothetisch zu berücksichtigende Faktoren, wie beispielweise das Versorgungskonzept, die Bioverträglichkeit des Materials, aber auch die periimplantäre Langfristprognose bilden die Grundlagen für die besondere Biologie beim BTI-Implantatsystem.
Biologie und Biomechanik sind auch im Titel des diesjährigen BTI Days Anfang April in Frankfurt – welche Themen beleuchten Sie im Einzelnen?
Babak Saidi: Biologie und Biomechanik bedürfen der Wissenschaft und Evidenz, sonst sind sie nur leere Worthülsen. Wie immer auf dem BTI Day werden neben dem ‚großen Ganzen‘ einzelne Aspekte im Besonderen beleuchtet, so z.B. der Einsatz kurzer Implantate, Bone-Level- vs. Tissue-Level-Implantat, die post-Extraktionstherapie, der ‚oldie but goodie‘ PRGF in der Chirurgie, aber auch brandaktuelle Themen wie Stop & Guide in Verbindung mit Guided Surgery oder eben der digitale Workflow mit dem BTI-System. Da die Biologie schon im Unternehmensnamen steckt, ist der Blick dabei immer auf das Gesamtkonzept gerichtet.
Es handelt sich bei BTI um das erste tatsächlich vollständig biologisch ausgerichtete Implantatsystem, mit der längsten Erfahrung in diesem Bereich – und das wird auch dargestellt.
Führt die Digitalisierung und damit eines nicht zu fernen Tages sogar auch KI-gestütztes Vorgehen nicht von der Biologie weg?
Babak Saidi: Wenn wir uns rein von der Digitalisierung und/oder KI führen lassen, wird das sicherlich eines Tages so sein. Sind sie jedoch Tools für die Umsetzung eines biologischen Gesamtplans, dann können wir sie zu unserem Vorteil nutzen. BTI war in der Vergangenheit nicht immer der erste, der auf jeden digitalen Zug aufgesprungen ist, aber sie haben bewiesen, dass unter biologischer Berücksichtigung auch bei der Digitalisierung einiges besser gemacht werden kann – und können das auch mit wissenschaftlichen Zahlen belegen. Ein sehr spannendes Thema ist z.B. Stop & Guide, das innovative schablonengeführte System von BTI. Dr. Eduardo Anitua wird uns seine Erfahrungen mit diesem System und den dahinterstehenden Prinzipien darstellen, und zeitgleich konnte mit Dr. Christoph Wenninger ein erfahrener Chirurg und Anwender als Referent für den BTI Day gewonnen werden, der uns Stop & Guide zusammen mit der Guided Surgery aus seiner Praxis vorstellt. Sicherlich eine hochspannende Vortragskombination, die beide Aspekte – Digitalisierung und KI – umfasst, ohne die Biologie dahinter zu vernachlässigen.
Plättchenreiches Plasma als PRGF stellte Eduardo Anitua bereits 1998 vor – erst in jüngster Zeit erfuhr das Verfahren aber einen regelrechten Hype.
Babak Saidi: Wie bereits erwähnt, der ‚Hype‘ um die Biologie und natürlich auch autologe Wachstumsfaktoren ist groß, aber hinter den Worten muss auch ein Gesamtkonzept stehen. PRGF ist in der BTI-Welt eigentlich ein alter Hut. Kein anderer Anbieter kann auf eine so ausgeprägte Zeit der Anwendung autologer Wachstumsfaktoren zurückblicken. Entsprechend komplex ist die wissenschaftliche Basis dahinter. BTI hat seit 1998 nicht stillgestanden, sondern das System unter den sich ergebenden wissenschaftlichen Erkenntnissen angepasst und verbessert, angefangen bei der TÜV-Zertifizierung bis zur Herstellung von sterilen Einmalverpackungen für die PRGF-Anwendung. So ziemlich jeder Arbeitsschritt wurde untersucht und hinsichtlich seiner Evidenz überprüft, um die Anwendung noch einfacher und sicherer zu machen. Und trotzdem sind auch die autologen Wachstumsfaktoren nur ein Baustein eines komplexen biologischen Gesamtsystems. Ehre dabei, wem Ehre gebührt: Dr. Anitua ist weltweit sicherlich der erfahrenste Anwender autologer Wachstumsfaktoren und die vielfältigen wissenschaftlichen Publikationen in allen Bereichen der Medizin bestätigen dies. Nicht umsonst führt Dr. Anitua die Liste der fünfzehn spanischen Forscher im Bereich der Zahnmedizin an, die in der letzten Ausgabe der von der Stanford University erstellten Rangliste der ‚World´s Top 2% Scientists‘ aufgenommen wurden.
Warum sollte man sich den BTI Day 2025 nicht entgehen lassen?
Babak Saidi: Zielführende Implantologie muss patientengerecht und -individuell sein. Mit dem Team um Dr. Anitua und den diesjährigen erfahrenen Referenten bekommen wir ein topaktuelles Feuerwerk geboten, das einmal mehr belegt, dass BTI die längste Erfahrung in diesem Bereich hat und sicherlich die umfangreichste wissenschaftliche Basis. Die Paarung von Top-Referenten und spektakulären Fällen und den neusten Entwicklungen aus dem BTI-System mit einer exzellenten wissenschaftlichen Basis – das sollte sich sicherlich niemand entgehen lassen.
Vielen Dank für Ihre Zeit und das Gespräch.




