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„Die neue Generation erfordert neue Kommunikationsstrategien“

Während der EurPerio 11 in Wien trafen wir uns mit dem neuen Präsidenten der European Federation of Periodontology (EFP), Prof. Spyros Vassilopoulos, zu einem Gespräch über den Wandel in der Kommunikation, interdisziplinäre Kooperationen und die Bedeutung der Patientenaufklärung.

pip Redaktion Berlin3 Min. Lesezeit
Vassilopoulos

Während der EurPerio 11 in Wien trafen wir uns mit dem neuen Präsidenten der European Federation of Periodontology (EFP), Prof. Spyros Vassilopoulos, zu einem Gespräch über den Wandel in der Kommunikation, interdisziplinäre Kooperationen und die Bedeutung der Patientenaufklärung.

Herr Professor Vassilopoulos, wie verändert sich die EFP im Hinblick auf eine neue Generation von Fachleuten und Patienten?

Wir stehen vor einer neuen Generation, die sich in vielen Aspekten deutlich von der vorherigen unterscheidet – insbesondere was Kommunikation und Informationskanäle betrifft. Es ist offensichtlich, dass wir unsere Strukturen und unsere Kommunikationsstrategie anpassen müssen. Die EFP ist nicht mehr die gleiche Organisation wie früher. Wir wachsen und expandieren: Mittlerweile zählen wir 44 nationale Fachgesellschaften zu unseren Mitgliedern. Dass ich aktuell sowohl Präsident der EFP als auch Vorsitzender des Kommunikationskomitees bin, ist fast ein glücklicher Zufall. Ich kann somit die Kommunikationsstrategie enger mit der Gesamtstrategie der EFP verzahnen. Unser Ziel ist es, Botschaften effektiver an die nationalen Gesellschaften, die Fachwelt, unsere Partner – aber auch an Medien und Patienten – zu vermitteln.

Die Parodontologie ist zunehmend interdisziplinär. Wie sieht es mit der Zusammenarbeit mit anderen medizinischen Fachgebieten aus?

Die Verbindung zwischen Parodontal- und Allgemeinerkrankungen – insbesondere kardiovaskulären Erkrankungen – ist wissenschaftlich gut dokumentiert. Wir arbeiten deshalb mit medizinischen Fachgesellschaften zusammen, etwa mit der World Heart Federation. Diese Kooperation zeigt, wie wichtig es ist, auch Hausärzte zu erreichen, damit Parodontalerkrankungen frühzeitig erkannt und behandelt werden. Parodontitis ist eine weitgehend vermeidbare Erkrankung. Wenn sie erst in späten Stadien behandelt wird, ist die Therapie deutlich komplexer. Deshalb setzen wir uns dafür ein, dass Zahn- und Allgemeingesundheit nicht getrennt betrachtet werden.

Die Integration von Mundgesundheit in die allgemeine Gesundheitsversorgung – vor allem in der Primärversorgung – ist essenziell. Denn es gilt: „Es gibt keine Gesundheit ohne Mundgesundheit.“

Wie erreicht die EFP heute Patientinnen und Patienten direkt? Welche Rolle spielen soziale Medien?

Wir legen einen starken Fokus auf Social Media. Auf Instagram, Facebook und zunehmend auch TikTok erreichen wir bereits über 20.000 Follower. Wir arbeiten mit spezialisierten Mitarbeitenden, um gezielt Inhalte für verschiedene Zielgruppen zu entwickeln – besonders auch für junge Menschen. Wir wollen die Patientinnen und Patienten zu unserer Website führen, auf der sie viele nützliche Inhalte finden: Selbsttests, Informationen über Zahnfleischerkrankungen, Infografiken und verständlich aufbereitete Inhalte zu Themen wie Karies oder Gingivitis. Unser Ziel ist es, durch digitale Kanäle mehr Bewusstsein für Parodontalerkrankungen zu schaffen.

Gibt es spezielle Kampagnen?

Ja, wir unterstützen und koordinieren die jährlich stattfindende „Gum Health Day“-Kampagne, bei der sich alle Mitgliedsgesellschaften beteiligen. In diesem Jahr fiel der Aktionstag mit der EuroPerio11 zusammen. Gemeinsam mit der Österreichischen Gesellschaft für Parodontologie haben wir eine eindrucksvolle Aktion in Wien organisiert – mit Untersuchungen, Informationsständen und Medienarbeit. Auch unsere Partner wie Haleon (ehemals GSK), Colgate oder Procter & Gamble unterstützen uns bei solchen Kampagnen.

Und wie sieht es mit der Zusammenarbeit mit der Industrie aus?

Diese Kooperationen sind für uns sehr wichtig – nicht nur finanziell, sondern auch inhaltlich. Gemeinsam entwickeln wir Kampagnen wie „Healthy Gums. Healthy Life“, die sich gezielt an die Öffentlichkeit richten. Mit solchen Projekten können wir auf breiter Ebene das Bewusstsein für Parodontitis und ihre systemischen Zusammenhänge stärken.

Herzlichen Dank für das Gespräch..

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