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iChiropro: Primärstabilität durch künstliche Primärstabilität

Seit über einem Jahrzehnt zeichnet sich das Implantatchirurgie-System iChiropro von Bien-Air durch seine kontinuierliche Weiterentwicklung aus und bietet immer innovativere und praktischere Instrumente und Schnittstellen.

pip Redaktion Berlin3 Min. Lesezeit
iChiropro

Seit über einem Jahrzehnt zeichnet sich das Implantatchirurgie-System iChiropro von Bien-Air durch seine kontinuierliche Weiterentwicklung aus und bietet immer innovativere und praktischere Instrumente und Schnittstellen. Nun hebt die Integration einer auf künstlicher Intelligenz basierenden Messung der Primärstabilität dieses chirurgische System auf ein höheres Niveau. Dr. Marco Degidi, Spezialist für Implantat- und Prothetikchirurgie

Wie lange kennen Sie iChiropro schon und was schätzen Sie besonders daran?

Marco Degidi: Nicht nur iChiropro, sondern das gesamte Unternehmen Bien-Air ist für mich seit langem etablierter Bestandteil meines klinischen Alltags. An iChiropro schätze ich besonders die große und intuitive Benutzerfreundlichkeit und die breite Auswahl an Optionen, die es bietet. Ich persönlich habe vor über zehn Jahren mit meinen Forschungen zur Anwendung von Algorithmen in der Implantatchirurgie begonnen und diese in der Zeitschrift Clinical Implant Dentistry and Related Research veröffentlicht. Anschließend habe ich ein auf künstliche Intelligenz spezialisiertes Unternehmen hinzugezogen und, nachdem ich vielversprechende Ergebnisse erzielt hatte, Bien-Air kontaktiert, wo die Idee begeistert aufgenommen und ein Joint Venture ins Leben gerufen wurde.

Der wachsende Druck der Patienten, schnelle Behandlungen zu erhalten: Welche Auswirkungen hat das auf die Klinik?

Marco Degidi: Das ist unbestreitbar Fakt. Die Nachfrage nach schnellen Verfahren nimmt ständig zu, weshalb es wichtig ist, Zahnärzte mit zuverlässigen Instrumenten auszustatten, um immer vorhersehbarere Behandlungspläne anbieten zu können. Ich habe persönlich mehr als hundert Artikel zu diesem Thema veröffentlicht und bin mir der noch offenen und kontroversen Diskussionen über Sofortbelastungsprotokolle bewusst. In diesem Zusammenhang wird es immer wichtiger, Fachleuten das Wissen und die Ausrüstung zur Verfügung zu stellen, die für eine effektive Anwendung solcher Protokolle erforderlich sind. Die genaue Messung der Primärstabilität ist die Grundlage dieses Ansatzes. Zu viele Zahnärzte verlassen sich immer noch auf subjektive Beurteilungen oder auf Instrumente, die zwar objektive Daten liefern, aber oft unvollständige oder irreführende Informationen über die tatsächliche Belastbarkeit des gerade eingesetzten Implantats liefern.

Die Einführung künstlicher Intelligenz in den Prozess der Messung der Primärstabilität hat es ermöglicht, die Vorhersagbarkeit der Beurteilungen deutlich zu verbessern und dem Implantatchirurgen eine wertvolle Unterstützung zu bieten.

Was war der spezifische Beitrag der KI und wie sind Sie zur Entwicklung dieses Instruments gekommen?

Marco Degidi: Durch einen überwachten Lernprozess haben wir zunächst eine große Menge an Rohdaten gesammelt – mehrere tausend Anzugsdrehmomentwerte – die von Implantaten mit unterschiedlichen Makrodesigns stammen, die alle als einzelne Elemente mit sofortiger Belastung eingesetzt wurden. Diese Daten wurden dann entsprechend ihrer tatsächlichen Belastbarkeit nach Ja oder Nein gekennzeichnet. Anschließend haben wir die KI mit all diesen Parametern ‚gefüttert‘. Das Endergebnis war die Entwicklung eines Algorithmus, der in der Lage ist, auf der Grundlage der empfangenen Daten und ihrer Interpretation Bewertungen vorzunehmen. Wir haben diesen Algorithmus ILP – Immediate Loading Probability – genannt und Bien-Air hat ihn in das iChiropro-System integriert. In der klinischen Praxis liefert der Algorithmus dem Zahnarzt den ILP-Wert in Prozent unmittelbar nach der Implantatinsertion. Zur Vereinfachung und besseren visuellen Darstellung wurde dieser Wert in eine Farbskala von rot – geringe Stabilität – bis grün – hohe Stabilität – übersetzt. Ab einem Wert von über 65 % kann mit dem Protokoll der sofortigen Belastung fortgefahren werden.

Wird sich die KI ständig weiterentwickeln?

Marco Degidi: Sicherlich. Wie jede künstliche Intelligenz hat auch unsere ILP das Potenzial, noch ‚intelligenter‘ zu werden. Parallel dazu entwickelt sich das Design von Zahnimplantaten und chirurgischen Techniken ständig weiter und in Zukunft werden neue Parameter auftauchen, die die ILP-Anwendung sofort in ihre Bewertung einbeziehen kann. Es ist jedoch wichtig, dass das Training des Algorithmus ständig von Experten überwacht wird, um die Qualität der Lerndaten zu gewährleisten und eine hohe Genauigkeit aufrechtzuerhalten. Ich kann diese neue Erweiterung auch den erfahrensten Kollegen nur wärmstens empfehlen.

Herzlichen Dank für Ihre Zeit und dieses Gespräch.

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