Zum Hauptinhalt springen
pip
PIP fragt

Jörg Aumüller: Straumann unterstützt  bei der digitalen Transformation  

Anfang September übernahm Jörg Aumüller die Position des Geschäftsführers der Straumann Group Deutschland sowie die Leitung von Zentral Europa von seinem Vorgänger Andreas Utz.

pip Redaktion Berlin6 Min. Lesezeit
Jörg Aumüller

Anfang September übernahm Jörg Aumüller die Position des Geschäftsführers Straumann Deutschland sowie die Leitung von Zentral Europa von seinem Vorgänger Andreas Utz. Zeit also, im Gespräch mit dem neuen Straumann-Chef eine erste Bilanz zu ziehen und den Blick auf die zukünftigen Pläne beim Marktführer im Implantatmarkt zu richten. Interview mit Jörg Aumüller, Geschäftsführer Straumann Deutschland

Herr Aumüller, Sie sind seit September in der neuen Funktion. Wie haben Sie sich eingelebt?

Jörg Aumüller: Nach mehr als 100 Tagen in der neuen Rolle kann ich sagen sehr gut. Unsere offene und transparente Unternehmens- und Mitarbeiterkultur bei Straumann hilft hier sehr. Ich durfte viele interessante Gespräche mit meinen Kollegen im Innen- und Außendienst führen. Ein aufgeschlossenes, serviceorientiertes und extrem professionelles Team. Gerade in den letzten Monaten habe ich auch explizit die ersten Kundenbesuche durchführt, um den Bedarf und die Wünsche besser zu verstehen.

Kundennähe und eine ausgeprägte Servicekultur sind mir sehr wichtig. Viele weitere Kunden- und Veranstaltungsbesuche werden selbstverständlich folgen.

Sie sind kein Unbekannter bei Straumann, haben bereits mehr als drei Jahre Erfahrung im Unternehmen. Macht Ihnen das die Eingewöhnung leichter?

Jörg Aumüller: In den letzten drei Jahren habe ich die Entwicklung und Umsetzung unseres spezifischen Lösungsportfolios für größere Dentalketten (DSOs) global geleitet. Bei den größeren Strukturen geht es neben der Harmonisierung und Digitalisierung der Behandlungsabläufe auch um die Aktivierung weiterer Wachstumsfelder. Hierbei konnte ich von meiner Erfahrung in der Zusammenarbeit mit Klinikketten im Bereich digitaler und KI-basierter Radiologie und Onkologie profitieren. Neben der Kenntnis des Straumann Group Portfolios im Implantat getragenen Zahnersatz sowie der Aligner Therapie konnte ich mit der Einführung und Etablierung von Praxismanagement-Software in USA und Großbritannien ebenso meine „Digital Dentistry“ Erfahrung weiter ausbauen. Die bringe ich sicherlich auch in meine neue Rolle ein , allerdings und so beschreibt das auch schön unsere bei Straumann gelebte Player/Learner Culture, lerne auch ich jeden Tag mit neuen oder veränderten Marktgegebenheiten agil umzugehen.

Dienstleistungen und Digitalisierung sind zwei Schlagworte, die man mit Ihren bisherigen Aufgaben bei Straumann verbindet. Was sind Ihre Pläne für die Straumann Group Deutschland?

Jörg Aumüller: Zentral wird hier sicherlich die Frage sein, wo wir als langfristiger Partner für unsere Kunden weitere Mehrwerte schaffen können. Drei Elemente sind in diesem Bereich für uns aus meiner Sicht besonders wichtig:

  • Der Partner zu sein in klinischer Exzellenz und klinische Evidenz. Das Ergebnis einer Behandlung sowie das dazugehörige Training bestimmen maßgeblich den Erfolg. Der Zugang zu unseren dentalen Communities ermöglicht den Austausch im Netzwerk und fördert das Teilen von Lernerfahrungen.
  • Der Technologie- und Innovationspartner zu sein der durch innovative Behandlungslösungen gepaart mit der Begleitung der digitalen Transformation effizientere Abläufe zur Verfügung stellen kann.
  • Der Partner zu sein, der mit Passion und Leidenschaft die gemeinsame Service Excellence in der Kundenbeziehung pflegt und mit dem Zugang zu weiteren digitalen Services anreichert.

Warum ist mir das so wichtig, denn damit helfen wir das Kunden- und auch Patientenerlebnis zu steigern und für unsere Kunden zusätzliche Wachstumspotentiale zu aktivieren.

Welche Themen stehen für Straumann in Deutschland insbesondere im Fokus? Es wurden ja in jüngster Vergangenheit ein neues Implantatsystem und ein neuer Intraoralscanner vorgestellt. Was können die Kunden zukünftig erwarten?

Jörg Aumüller: Unsere Kunden schätzen den Ansatz unseres neuen Straumann iEXCEL Implantatsystems hinsichtlich der Vielseitigkeit von vier Implantatdesigns in einem System wie auch die Einfachheit der prothetischen Workflows. Zudem ist ebenso die klare strategische Entscheidung auf Basis dieses flexiblen Systems weitere digital integrierte Workflows und Services anzubinden.

Zudem habe ich mir erst kürzlich wieder die Adaption von Intraoralscannern im europäischen Vergleich angesehen und festgestellt, dass einige Länder im Vergleich zu Deutschland bereits heute eine um den Faktor fünf höhere Anzahl an Intraoralscannern im Einsatz haben. Die digitale Diagnostik ist unserer Meinung nach der essenziellste Startpunkt sowohl für Implantat-getragenen Zahnersatz wie auch Aligner-Behandlungsabläufe und damit auch in der Patientenansprache. Unser neuer Intraoralscanner Straumann SIRIOS wurde konzipiert mit dem Workflow unserer Kunden im Blick.

Zukünftig werden wir die Elemente in der Behandler- und Patienteninteraktion noch stärker digital miteinander verknüpfen und verbinden. Ein gutes Beispiel ist hier auch unser neuer anatomischer Gingivaformer der mit der Funktionalität eines Scanbodies ausgestattet ist. Im Behandlungsablauf kann dieser es potenziell ermöglichen, dem Patienten einen weiteren Termin zu ersparen und dem Behandler die Stuhlkapazität zu erhöhen. Seien Sie gespannt auf Straumann AXS denn hier haben Sie auf einer einzigen Plattform Zugang zu allen Lösungen der Straumann Group. Unsere nahtlosen digitalen Workflows integrieren Software-Anwendungen, Systeme und Produkte für optimierte zahnmedizinische Prozesse.

Was antworten Sie kritischen Stimmen, die sagen, dass die Straumann Group immer größer wird und dadurch zum Teil auch unübersichtlicher im Produktportfolio?

Jörg Aumüller: Ganz klar werden wir den Implantat-getragen Zahnersatz immer im Fokus unserer strategischen Entscheidungen haben. Zudem sehen wir aber auch, wie stark die multi- und interdisziplinäre Zusammenarbeit von der Digitalisierung profitiert. Man darf auch die rasante Dynamik im heimischen Markt nicht außer Acht lassen. Im Schnitt schließt alle 10,5 Stunden in Deutschland eine Praxis. Somit sehen wir zukünftig einen Nachfrageüberhang, der dazu führen wird, dass die Effizienz der Abläufe und deren Automatisierung eine entscheidende Rolle spielt. Damit müssen wir uns schon heute mit bspw. der KI-gestützten Behandlungs- und Therapieplanung, neuen Methodiken des Smiledesigns, dem sicheren Datenaustausch wie auch der effizienten Kommunikation zwischen allen Beteiligten, die zum Behandlungserfolg beitragen, auseinandersetzen. Folgerichtig und in der Analogie zu 1+1=3 beschäftigen wir uns stark damit, wie der Mehrwert durch digital verbundene Elemente im Behandler-/Patienten-Ablauf aussehen kann. Seien Sie gespannt auf die IDS!

Wie schafft man es bei Straumann trotz des Wachstums der Group den direkten Kontakt zu den Kunden in Zahnarztpraxen und Laboren nicht zu verlieren?

Jörg Aumüller: Indem wir weiterhin – wie übrigens schon seit 45 Jahren in Deutschland – jeden Tag zuhören, was unsere Kunden hinsichtlich der Veränderung von Marktbedingungen beschäftigt oder vor Herausforderung stellt und uns eine gemeinsame Lösung überlegen. Ich habe erst vor Kurzem wieder das Feedback eines Kunden erhalten, dass er sehr wohl wahrnimmt, wie wir immer stärker auch „Teil seines Teams“ geworden sind. Gemeinsame Ziele gepaart mit partnerschaftlichem Erfolg kennzeichnen unser Serviceversprechen. Wir haben ein großartiges Team, das mit Herzblut dabei ist und langjährige Kundenbeziehungen pflegt. Der Servicegedanke sowie die Kundennähe spielen für uns eine sehr zentrale Rolle und diese planen wir über 2025 hinaus noch weiter auszubauen.

Ein erster Blick in Richtung März 2025: Was erwarten Sie von der IDS in diesem Jahr?

Jörg Aumüller: Von der IDS 2025 erwarte ich DIE europäische Leitmesse für digitale dentale Innovation zu bleiben. Wir werden jedenfalls unseren Teil dazu beitragen, indem es bei Straumann neben digitalen Innovationen und technologischer Neuerungen auch um die sichere Vernetzung und effiziente Verknüpfung von Behandlungsabläufen in unserem integrierten digitalen Ökosystem gehen wird. Freuen Sie sich auf ein großartiges Erlebnis gepaart mit spannenden und unterhaltsamen Vorträgen von anerkannten und weltweit führenden Experten aus unserer großen dentalen Community.

Vielen Dank für die spannenden Informationen!

Weitere Artikel in PIP fragt

Cookies & Datenschutz

Wir verwenden notwendige Cookies für den Betrieb der Website. Analyse- und Marketing-Dienste laden wir erst nach Ihrer Zustimmung.