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Navigierte Implantologie im Praxisalltag

Digitale Planung, Bohrschablonen und Sofortversorgung können den implantologischen Praxisalltag strukturieren. pip fragte nach, welche Aspekte dazu noch im Fokus stehen sollten und wie die klinische Umsetzung klappt.

pip Redaktion Berlin3 Min. Lesezeit
mit Priv.-Doz. Dr. med. dent. Mustafa Ayna, M.Sc., M.Sc., Privatdozent und Hochschullehrer an der Universität Bonn

Interview mit Priv.-Doz. Dr. med. dent. Mustafa Ayna, M.Sc., M.Sc., Privatdozent und Hochschullehrer an der Universität Bonn

Bei welchen implantologischen Indikationen setzen Sie die permaGuide-Bohrschablonenlösung bevorzugt ein?

Ich bin seit nahezu 30 Jahren implantologisch tätig und habe mit vielen Implantatsystemen und digitalen Planungskonzepten gearbeitet. permaGuide setzen wir vom Einzelzahn bis zur komplexen All-on-Four-Versorgung ein. Den größten Nutzen sehe ich dort, wo die Implantatposition konsequent von der späteren Prothetik aus geplant werden muss. Für mich ist das der entscheidende Gedanke: Wir müssen vorher wissen, wo wir prothetisch hin wollen – und danach die Implantate planen. Gerade bei Sofortversorgungen und Full-Arch-Konzepten ist das von großer Bedeutung.

Wie verändert der digitale Planungsprozess Ihre Vorbereitung und den OP-Ablauf?

Viele Entscheidungen werden bereits vor der Operation getroffen. Anatomie, Knochenangebot, Implantatposition und geplante Prothetik können gemeinsam beurteilt werden. Bei All-on-Four-Fällen interessieren mich nicht nur Implantatlänge und Knochenangebot, sondern ebenso die Implantatachsen und späteren Schraubenkanäle. Eine digitale Planung darf jedoch nicht zu falscher Sicherheit führen. Eine Bohrschablone ersetzt keine chirurgische Erfahrung. Ich kontrolliere weiterhin die Passung der Schablone und die klinische Situation während der OP. Wenn die Ausgangsdaten stimmen, wird der chirurgische Ablauf allerdings deutlich strukturierter und für mich sehr gut planbar.

Welche Erfahrungen haben Sie mit Passung, Handhabung und Verlässlichkeit der permaGuide-Schablonen gemacht?

Wir haben unterschiedliche Fälle vom Einzelzahn bis zur All-on-Four-Versorgung mit permaGuide umgesetzt. Die Passung der Schablonen war in unseren Fällen gut. Die Präzision steht und fällt jedoch mit der Qualität der Ausgangsdaten. Im Praxisalltag ist eine klare Abstimmung mit dem Anbieter besonders bei komplexen Planungen wichtig. Relevant ist außerdem die Flexibilität bei unterschiedlichen Implantatsystemen. Das System sollte entsprechend der klinischen Situation ausgewählt werden können und nicht allein durch den digitalen Workflow vorgegeben sein.

Welche Vorteile sehen Sie durch die Anwendung von Forma Immediate?

Wir haben Forma Immediate sowohl bei Einzelzahnversorgungen als auch bei All-on-Four-Behandlungen eingesetzt. Die Verbindung von navigierter Implantation und vorbereiteter temporärer Versorgung kann den Behandlungstag strukturieren und für das gesamte Team besser planbar machen. Bei einer Sofortversorgung muss bereits vor der Operation feststehen, welches prothetische Ziel erreicht werden soll. Implantatposition und spätere Versorgung gehören unmittelbar zusammen. Die biologischen und biomechanischen Voraussetzungen einer Sofortbelastung bleiben unverändert. Primärstabilität, Implantatverteilung und die individuelle klinische Situation müssen weiterhin kritisch beurteilt werden. Das nimmt kein digitales System ab. Bei geeigneten Patienten kann die Verbindung aus digitaler Planung, navigierter Implantation und vorbereiteter Sofortversorgung jedoch einen echten Mehrwert bieten. Für die Patienten zählt am Ende vor allem, ob sie nach der OP mit einer festen Versorgung nach Hause gehen können.

Welchen Rat würden Sie Kollegen geben, die in die navigierte Implantologie einsteigen möchten?

Die Qualität der Ausgangsdaten ist entscheidend: ein gutes DVT, ein präziser Intraoralscan und vor allem eine klare prothetische Zielsetzung. Vor der Operation müssen die einzelnen Schritte und das Behandlungsziel für alle Beteiligten klar sein. Kollegen sollten zunächst mit überschaubaren Fällen beginnen. Man muss nicht mit einer komplexen Full-Arch-Sofortversorgung starten. Vor allem sollte jede Planung selbst verstanden und kritisch geprüft werden. Die Verantwortung bleibt beim behandelnden Zahnarzt. Digitale Systeme sind kein Ersatz für chirurgische Erfahrung, sondern eine Ergänzung. Wenn chirurgische Erfahrung, prothetisches Denken und digitale Planung zusammenkommen, entsteht der eigentliche klinische Mehrwert.

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