Die ersten 100 Tage seit Übernahme der Präsidentschaft der Osteology Foundation als führender internationaler Organisation im Bereich der Geweberegeneration waren nicht langweilig. Welche Aufgaben warten auf Univ.-Prof. Dr. Frank Schwarz im Jahr 2026, und welche besonderen Highlights locken am internationalen Osteology Symposium im April 2026 in Wien?
Interview mit Univ.-Prof. Dr. Frank Schwarz, Präsident der Osteology Foundation
Jeder Präsident will einer Stiftung auch eine gewisse Prägung geben – welchen Stempel halten Sie in der Hand?
Frank Schwarz: Die Osteology Foundation steht für evidenzbasierte Wissenschaft mit klarer klinischer Relevanz. Mein Fokus liegt darauf, regenerative Konzepte konsequent vom Patienten her zu denken. Nicht einzelne Kennzahlen, sondern das Behandlungsergebnis im Sinne von Funktion, Ästhetik und Lebensqualität soll im Mittelpunkt stehen. Internationale Vernetzung, strukturierte Leitlinienarbeit und Nachwuchsförderung sind dafür zentrale Säulen.
Welche Fortschritte gibt es bei der Kooperation der Osteology Foundation mit anderen internationalen Verbänden und Initiativen wie dem GCCG Global Consensus for Clinical Guidelines?
Frank Schwarz: Mit dem Global Consensus for Clinical Guidelines ist erstmals ein international abgestimmter Leitlinienrahmen entstanden, der klinische Expertise und patientenberichtete Outcomes systematisch zusammenführt. Ziel ist eine transparente, strukturierte Entscheidungsfindung entlang des gesamten Behandlungsverlaufs – immer mit dem Anspruch, Patientenerwartungen und klinische Machbarkeit in Einklang zu bringen. Die Osteology Foundation ist hier aktiver Mitgestalter.
Wie machen Sie das internationale Osteology Symposium für ein junges Publikum besonders attraktiv?
Frank Schwarz: Das Symposium soll nicht nur Wissen vermitteln, sondern Perspektiven eröffnen. Dazu gehören stark reduzierte Teilnahmegebühren für junge Kolleginnen und Kollegen, eigene Next-Generation-Formate, Sichtbarkeit auf der Bühne sowie klare Informationen zu Scholarships, Grants und Research Funding Programmen. Der Nachwuchs ist nicht nur in Wien, sondern in der Osteology Foundation grundsätzlich kein Randthema, sondern integraler Bestandteil der Community.
Durch die Szene geistert, dass Sie sich künftig verstärkt mit der Implementierung von KI beschäftigen werden – wie wollen Sie dieses spannende Thema auch in die Foundation tragen?
Frank Schwarz: Künstliche Intelligenz verstehen wir als unterstützendes Werkzeug, nicht als Selbstzweck. Der Wert und der Nutzen liegen in strukturierten Daten, internationalen Registern und vernetzter Forschung, um klinische Fragestellungen künftig fundierter und effizienter beantworten zu können. Ziel ist es, bessere Entscheidungsgrundlagen zu schaffen – immer mit Blick auf den konkreten Nutzen für Patientinnen und Patienten.
Warum sollte man sich das IOS in Wien auf keinen Fall entgehen lassen?
Frank Schwarz: Wien 2026 vereint aktuelle Wissenschaft, internationale Expertise und hohe klinische Relevanz. Das Programm spiegelt die gesamte Bandbreite moderner regenerativer Konzepte wider und setzt bewusst auf Austausch, Diskussion und Vernetzung. Wer wissen möchte, wohin sich die regenerative Zahnmedizin entwickelt, wird dort klare Impulse finden.
Herzlichen Dank für das Gespräch.
