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SeeThrough: W&H betritt das Feld der dentalen Bildgebung

Mit seinem neuen SeeThrough Portfolio erweitert der österreichische Hersteller W&H sein Portfolio um ein innovatives Imaging-Angebot für die Oralchirurgie. Im Gespräch mit pip erklärt Ludwig Benedikt Ellmann, MBA, Business Development Manager D/AT, wie W&H Bildgebung, Software und Cloud zu einem nahtlosen digitalen Ökosystem vernetzt – und was die nächsten Schritte sind.

pip Redaktion Berlin9 Min. Lesezeit
SeeThrough

Mit seinem neuen SeeThrough Portfolio erweitert der österreichische Hersteller W&H sein Portfolio um ein innovatives Imaging-Angebot für die Oralchirurgie. Im Gespräch mit pip erklärt Ludwig Benedikt Ellmann, MBA, Business Development Manager D/AT, wie W&H Bildgebung, Software und Cloud zu einem nahtlosen digitalen Ökosystem vernetzt – und was die nächsten Schritte sind.

Herr Ellmann, W&H ist vor allem als Spezialist für rotierende Instrumente und chirurgische Systeme bekannt. Mit dem neuen Seethrough-Portfolio betreten Sie nun das Feld der dentalen Bildgebung. Was war der Impuls für diesen strategischen Schritt?

Dies ist eine der häufigsten Fragen, die wir erhalten, und die Antwort liegt in einem unserer Kernbereiche, die Sie eben erwähnten: der Oralchirurgie. Unsere Vision ist es, die erste Anlaufstelle für alle Bedürfnisse der Oralchirurgie zu sein und alles von Anamneseformularen bis hin zu Implantatstabilitätsmessung anzubieten – all das in einem nahtlosen Ökosystem. Die Bildgebung war der logische nächste Schritt, denn jede erfolgreiche Behandlung beginnt mit kristallklaren, qualitativ hochwertigen Röntgenbildern. Durch die Integration von Röntgen in unsere Lösungen stellen wir nicht nur Werkzeuge zur Verfügung. Wir ermöglichen es Ärzten, schnellere, genauere Diagnosen und außergewöhnliche Patientenergebnisse zu liefern. Mit unseren Lösungen wollen wir einen neuen Standard für optimierte Arbeitsabläufe und Präzision in der Oralchirurgie setzen.

Das Imaging-Portfolio von W&H umfasst gleich fünf Produkte plus eine zentrale Softwarelösung. Welche Überlegungen standen hinter dieser breiten Aufstellung – und wie ergänzen sich die einzelnen Komponenten im Praxisalltag?

Mit SeeThrough bieten wir wahrlich ein komplettes Set an Geräten, die sowohl das intraorale Segment zur Erstellung präziser intraoraler Bilder als auch das extraorale Segment abdecken und Panorama- und 3D-Bildgebungslösungen bieten. SeeThrough wurde mit einem einzigen Fokus entwickelt und liefert qualitativ hochwertige Bilder bei niedrigen Dosen. Unser Portfolio ist so konzipiert, dass es allen radiologischen Anforderungen gerecht wird. Es umfasst zwei fortschrittliche DVT-Modelle, Seethrough Max und Seethrough Flex, die jeweils auf die einzigartigen Anforderungen von Ärzten zugeschnitten sind.

Seethrough Max ist unser leistungsstärkstes DVT-Gerät, das für Ärzte entwickelt wurde, die keine Kompromisse bei Qualität, Komfort oder Funktionalität eingehen möchten. Dieses fortschrittliche System bietet eine außergewöhnliche Field of view (FOV)-Abdeckung, die von kompakten 3 cm x 4 cm für präzise endodontische Anwendungen bis hin zu großzügigen 17 cm x 17 cm reicht und sich ideal für umfassende Kiefer- und Gesichtsoperationen eignet. Während Seethrough Max ein Höchstmaß an Leistung und Präzision bietet, wurde Seethrough Flex für Ärzte entwickelt, die die gleiche außergewöhnliche Bildqualität suchen, aber eine kompaktere Lösung benötigen. Seethrough Flex bietet eine hervorragende Leistung ohne Platzeinbußen – was ihn zur perfekten Wahl für Praxen mit begrenztem Platzangebot, aber hohen Anforderungen an die Bildgebung macht. Seethrough Flex bietet das beste Verhältnis von FOV zu Geräteabmessungen auf dem Markt. Es ist möglich, qualitativ hochwertige Bilder in weit verbreiteten Formaten von 5×5 bis 14×10 aufzunehmen. Darüber hinaus erzielt Seethrough Flex diese bemerkenswerten Ergebnisse mit niedrigeren Dosen, was sowohl eine hervorragende Bildqualtität als auch die Patientensicherheit gewährleistet.

Das Beste daran ist, dass bei beiden Geräten die FOVs frei variabel sind. Somit können wir jede Indikation und Anforderung mit höchster klinischer Sicherheit gewährleisten. Ergänzt werden diese durch einen hochmodernen Röntgenstrahler – den Seethrough Arm, einen PSP-Scanner – Seethrough Scan – und leistungsstarken digitalen Sensoren – Seethrough Sensor.

Um das Ganze abzurunden, ist alles nahtlos über eine einheitliche Softwareplattform, SeeThrough Studio, miteinander verbunden und bietet damit einen mühelosen, optimierten Arbeitsablauf, der Zeit spart und die Effizienz für stark frequentierte Praxen maximiert. Mit unseren Lösungen können sich Ärzte auf das Wesentliche konzentrieren – hervorragende Patientenergebnisse zu erzielen.

Besonders spannend klingt die Verknüpfung aller Geräte über eine Software. Welche konkreten Vorteile ergeben sich daraus für Behandler – gerade im Hinblick auf Arbeitsabläufe und Implantatplanung?

Unsere Software, Seethrough Studio, wurde entwickelt, um jeden Schritt des Workflows zu vereinfachen, von der Erfassung einer Röntgenaufnahme bis zur Analyse. Integrierte KI-Funktionen fungieren als ultimativer Sidekick und bieten automatische Tools wie 3D-Volumenausrichtung, Zahnsegmentierung, Bogenliniengenerierung, Nervenerkennung und einen intuitiven Visualisierungsmodus, der die Software für jedermann zugänglich macht. Darüber hinaus bietet Seethrough Studio eine leistungsstarke Unterstützung für die Pathologieerkennung. Zusätzlich können Behandler mit ioDent, unserer Cloud-Plattform, auf alles zugreifen, was sie benötigen – von Patientendaten bis hin zu einem Service-Dashboard. Alle SeeThrough-Produkte verfügen über eine nahtlose Konnektivität – hier sehen wir die Systemsynergien.

IoDent ermöglicht die Speicherung und Anzeige verschiedener Bilder (3D, Panorama, Intraoral) von überall aus und ermöglicht es Ärzten, Fälle von zu Hause zu analysieren und zu planen. Dieses unverzichtbare Werkzeug ermöglicht einen schnellen Zugriff auf Informationen und erleichtert den Datenaustausch. Der Datenaustausch geht über die Praxis hinaus. Über ioDent können Patienten ihre DICOM-Dateien mit integriertem Viewer herunterladen, indem sie auf einen Link klicken. Diese Funktion macht USB-Laufwerke überflüssig und stellt sicher, dass die Daten jederzeit und überall zugänglich sind. Ärzte können auch in konkreten Fällen zusammenarbeiten, indem sie (anonymisierte) Links an Kollegen senden: In mehreren Fällen ist eine zweite Meinung von Kollegen äußerst wertvoll. Es ist wichtig, ihnen alle Informationen und Patientendaten ohne Qualitätsverlust zu senden. Der Arzt, der den Fall erhält, kann problemlos Notizen und Vorschläge aufschreiben. Alle Notizen und Rückmeldungen von Kollegen werden in SeeThrough Studio angezeigt, was die Zusammenarbeit mühelos macht.

Darüber hinaus bietet ioDent ein detailliertes Wartungs- und Service-Dashboard mit direktem Chat-Zugang zum Kundenservice. Mit dieser Verbindung aus Software und Cloud haben wir ein Ziel: Die Anwender*Innen sollen sich auf das Wesentlich konzentrieren können, nämlich Ihre Patienten. Deshalb müssen diagnostische Arbeitsabläufe, einfach, schnell und intuitiv sein. Genau das ist unser Ziel!

Ein zentrales Versprechen des Portfolios ist „klinische Exzellenz bei gleichzeitig reduzierter Strahlendosis“. Wie gelingt dieser Spagat in der täglichen Anwendung?

Als Hersteller modernster Bildgebungs-Systeme ist es unser Anspruch, Zahnärztinnen und Zahnärzten sowie Kieferchirurg:innen eine Bildgebungslösung zu bieten, die höchste diagnostische Präzision mit einem verantwortungsvollen Umgang mit Strahlung vereint. Dieser Spagat gelingt durch das perfekte Zusammenspiel aus hochwertiger Hardware, intelligenter Software und anwenderfreundlichen Funktionen:

Top-Bildqualität durch modernste Technologie Unsere Systeme setzen auf modernste Sensortechnologie, optimierte Röntgenröhren und präzise Mechanik. Diese Hardwarebasis wird durch fortschrittliche Bildverarbeitungsalgorithmen und KI ergänzt, die helfen feinste anatomische Strukturen detailgetreu und vor allem hochauflösend abbilden – essenziell für eine sichere Diagnostik und Behandlungsplanung.

Intelligente Dosismanagement-Funktionen Ein zentrales Element zur Dosisreduktion ist unser integrierter Scout-Modus. Dieser ermöglicht eine präzise Positionierung des Patienten vor der eigentlichen Aufnahme. So lassen sich Fehlpositionierungen und damit verbundene Wiederholungsaufnahmen effektiv vermeiden – ein direkter Beitrag zur Minimierung der Strahlenexposition. Außerdem kann nach dem Scout über das so genannte Free Field of View (Free-FOV) die Größe des DVT’s nahtlos in der Größe angepasst und justiert werden. Das hilft nochmals, die anatomischen Regionen einzugrenzen und klinisch-sichere Aufnahmen zu gewährleisten.

Adaptive Aufnahmeprotokolle Unsere Systeme bieten individuell anpassbare Aufnahmeparameter, die sich an die jeweilige Indikation und Patientengruppe anpassen lassen. So kann z. B. bei Kindern oder bei Kontrollaufnahmen mit reduzierter Dosis gearbeitet werden, ohne die diagnostische Aussagekraft zu gefährden.

Workflow-Integration für den Praxisalltag Durch intuitive Benutzeroberflächen und automatisierte Prozesse wird die Anwendung im Praxisalltag nicht nur effizient, sondern auch sicher. Die Technologie unterstützt das Praxisteam dabei, stets die optimale Balance zwischen Bildqualität und Strahlenschutz zu finden.

Das Fazit ist somit eindeutig: Klinische Exzellenz und Strahlenschutz schließen sich nicht aus – im Gegenteil: Mit der richtigen Technologie gehen sie Hand in Hand. Unsere DVT-Systeme zeigen, dass modernste Bildgebung nicht nur präzise, sondern auch verantwortungsvoll sein kann.

W&H spricht von „See what matters“ – also dem Anspruch, das Wesentliche sichtbar zu machen. Welche Rolle spielen dabei die KI-gestützten Funktionen und Tools wie Bewegungskorrektur, Nervenverlaufserkennung oder Bogenliniengenerierung?

Unser Anspruch „See what matters“ bedeutet, dass wir Zahnärztinnen und Zahnärzten genau die Informationen liefern, die sie für eine sichere, präzise und effiziente Diagnostik benötigen – nicht mehr, aber vor allem nicht weniger. Künstliche Intelligenz spielt dabei eine zentrale Rolle. Deshalb arbeiten wir eng mit unserem strategischen Partner „Eyes of AI“ zusammen, um KI-Technologie gezielt in unsere Bildgebungslösungen zu integrieren. Bereits in der Rekonstruktion unserer Bilder kommt KI zum Einsatz, um Bewegungsartefakte zu korrigieren und die Bildqualität auch bei schwierigen Aufnahmebedingungen zu sichern. Das bringt auch Vorzüge für speziellere Aufnahmetypen wie kleinvolumige DVT Aufnahmen für Endos, welche enorm scharf und rauschreduziert dargestellt werden können.

Zudem sind unsere KI-gestützten Funktionen darauf ausgelegt, die User Experience zu verbessern und gleichzeitig die diagnostische Aussagekraft zu erhöhen Diese Funktionen sind:

  • Automatische Segmentierung: Strukturen wie Zähne, Knochen oder Weichgewebe werden automatisch erkannt und hervorgehoben – das spart Zeit und reduziert manuelle Arbeitsschritte.
  • Panoramakurvengenerierung: Die automatische Erkennung der optimalen Bogenlinie sorgt für konsistente, qualitativ hochwertige Errechnungen der Panoramaaufnahmen im DVT – ohne manuelle Schritte
  • Nervenverlaufserkennung (Nerve Tracing): Die KI identifiziert den Verlauf Nervus mandibularis zuverlässig und unterstützt so die Planung chirurgischer Eingriffe mit höherer Sicherheit.
  • Pathologie-Erkennung: Erste KI-gestützte Tools zur Detektion auffälliger Strukturen helfen, potenzielle Pathologien frühzeitig zu erkennen und gezielt weiter abzuklären.

All diese Funktionen sind nicht Selbstzweck, sondern dienen einem klaren Ziel: Dem Anwender genau die Informationen zu liefern, die für die jeweilige klinische Fragestellung relevant sind. So wird aus Daten echte diagnostische Relevanz – und aus Technologie ein echter Mehrwert im Praxisalltag.

Mit dem Launch des Imaging-Portfolios hat W&H einen großen Schritt gemacht. Wie sehen die nächsten Entwicklungsschritte aus – dürfen sich Anwender bereits auf weitere Innovationen im Bereich Bildgebung freuen?

Absolut – und das ist erst der Anfang. Auch wenn wir mit dem Launch unseres neuen Imaging-Portfolios einen wichtigen Meilenstein erreicht haben, verstehen wir uns weiterhin als ein Unternehmen mit Start-up-Mentalität. Wir befinden uns aktuell im Aufbau unserer Strukturen, insbesondere im engen Schulterschluss mit unseren Handelspartnern, um unsere Lösungen flächendeckend und praxisnah verfügbar zu machen. Unsere Entwicklung steht dabei keineswegs still. Ganz im Gegenteil: Wir arbeiten mit Hochdruck an der Umsetzung unserer Vision eines nahtlosen digitalen Ökosystems, das weit über die reine Bildgebung hinausgeht. Die nächsten „Puzzlesteine“ werden schon sehr bald folgen – und sie werden den Workflow in der Praxis noch intuitiver, vernetzter und effizienter machen.

Ein konkretes Highlight dürfen wir bereits verraten: Auf der EuroPerio wird unsere nächste strategische Partnerschaft mit der Firma SICAT vorgestellt. Gemeinsam schließen wir damit eine wichtige Lücke im digitalen Workflow – nämlich die Integration von Bohrschablonen für die Implantologie. Diese Partnerschaft ist ein weiterer Beleg dafür, wie ernst wir es mit dem klinischen Nutzen unserer Lösungen meinen. Und auch auf Produktseite geht es weiter. Zwar können wir an dieser Stelle noch keine Details verraten – aber eines ist sicher: Bleiben Sie gespannt. Es wird sich lohnen.

Herzlichen Dank für diese Einblicke.

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