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TentPole PDO 2.0: Raum für sichere Knochenregeneration

Im Gespräch mit pip erläutert Dr. Nabil Benabadji die Idee hinter dem TentPole PDO 2.0 Faden. Die resorbierbare Lösung soll bei der gesteuerten Knochenregeneration einen stabilen Regenerationsraum schaffen und Eingriffe im implantologischen Alltag biologisch wie praktisch vereinfachen.

pip Redaktion Berlin3 Min. Lesezeit
TentPole

Im Gespräch mit pip erläutert Dr. Nabil Benabadji die Idee hinter dem TentPole PDO 2.0 Faden. Die resorbierbare Lösung soll bei der gesteuerten Knochenregeneration einen stabilen Regenerationsraum schaffen und Eingriffe im implantologischen Alltag biologisch wie praktisch vereinfachen.

Lieber Herr Dr. Benabadji, was war die zentrale Idee hinter dem TentPole PDO 2.0 Faden?

Die zentrale Idee war eine resorbierbare Lösung zur Gewinnung von Knochenvolumen zu finden, da ausreichend Knochen meiner Meinung nach der zentrale Punkt eines langfristigen Implantaterfolges ist. Bekannte und auch von mir lange angewandte Alternativen wie Schalentechnik, Schirmschrauben oder auch Customized Titanium Meshes bringen alle verschiedene Nachteile mit sich, unter anderem einen Zweiteingriff und eventuelle Fremdkörperreaktionen, welche ich jetzt dank des PDO 2.0 Fades vermeiden kann. Die Biologie der Einheilung wird hiermit optimal unterstützt und eine weitere Narbenbildung – wichtig im ästhetischen Frontzahnbereich – kann hier deutlich reduziert werden.

Warum ist ein stabiler Regenerationsraum für den Erfolg der GBR so entscheidend?

Knochenbildende Zellen sind langsam und brauchen Zeit, um eine neue Knochenmatrix aufbauen zu können. Ist kein Raum vorhanden, kann kein ausreichender Knochen regeneriert werden, da das schneller wachsende Weichgewebe diese Knochenmatrix samt Knochenersatzmaterial verdrängt. Daher ist die sogenannte Space Maintenance ein ganz entscheidender Punkt der gesteuerten Knochenregeneration sowohl bei horizontalen als auch vertikalen Defekten. Mit diesem speziellen Faden gibt es erstmals eine sterile und kostengünstige Variante ohne ganze Fäden zerschneiden zu müssen.

Wie unterstützt der Faden die Anhebung von Periost und Mukosa in der Praxis?

Der Faden unterliegt dem selben Prinzip wie bei der Schirmschraube. Man kann sich die Fäden bildlich wie Zeltstangen vorstellen, welche die Zeltplane, in unserem Fall das Periost und die Mukosa, gespannt hält und somit den bereits erwähnten so wichtigen, stabilen Raum entstehen lässt. Zudem trägt der Faden zur Stabilisierung des im Hohlraum entstehenden Blutkoagulums bei und reduziert den Druck des Weichgewebes auf das Augmentat, welches so in seiner Postion geschützt und gesichert wird.

Wie lässt sich der TentPole PDO 2.0 Faden mit regenerativen Materialien wie EthOss kombinieren?

Aus meiner Sicht ist EthOss das geeignetste Regenerationsmaterial für diese Indikationen, da nicht nur das Zusammenspiel aus regenerativer Sicht gut ist, sondern es sich auch händisch einfach unter und um den aufgespannten Faden platzieren lässt. Zudem kann ich bei EthOss auf eine Membran verzichten, da die in situ getrocknete Calciumsulfat-Komponente im EthOss als natürliche Barriere fungiert. EthOss und PDO 2.0 Faden in Kombination vereinfach jedoch nicht nur meine Chirurgie, der biologische und Materialkosten reduzierende Ansatz unterstützt die Osteoimmunologie, also das Zusammenspiel zwischen Knochen und Immunsystem und schafft somit optimale Voraussetzungen für eine schnelle Knochenneubildung in der von mir gewünschten und durch den Faden vorgegebenen Form.

Für welche klinischen Situationen eignet sich die Tent-Pole-Technik besonders gut?

Klassisch sind Knochendefekte welche sich innerhalb des Envelopes befinden sehr gut geeignet, da sich der Envelopeverlauf mit der TentPole-Technik sehr gut und ohne eine Schrumpfung erhalten lässt, vor allem in Kombination mit rein synthetischen und biologisch unterstützenden Knochenregenerationsmaterialien wie EthOss. Wird zusätzlich simultan implantiert, lassen sich die Vorteile dieser Technik komplett ausspielen, da sich auch grössere Knochendefekte in nur einem Eingriff ohne Kompromisse lösen lassen. Dies danken uns nicht zuletzt unsere Patienten.

Herzlichen Dank für das Gespräch.

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