Im Laufe der Jahre habe ich versucht, neue technische Möglichkeiten und Materialien in den Herstellungsprozess einfließen zu lassen. Zunehmend setzten wir im Labor dabei digitale Technologien ein, da sie uns viele Vorteile und neue Möglichkeiten bieten. Als wir 2017 den ersten 3D-Drucker einrichteten, war sofort klar, dass er in die Produktionskette für All on Four eingebaut wird.

Patientenfall

Bei der folgenden Patientin wurde nach der All on Four-Methode implantiert. Sie wurde nach sechs Monaten mit einer festsitzenden Suprakonstruktion versorgt. Eine Variante, die wir schon lange erfolgreich für direktverschraubte Implantatgerüste einsetzen, ist die Cara I Bridge von Kulzer Dental. Für den ästhetischen Anteil wurden Einzelkronen aus Lithiumdisilikat verwendet und der gingivale Bereich wurde mit Komposit ergänzt.

Die Grundlage jeder dieser Arbeiten ist natürlich die Implantation nach der All on Four-Technik und daher möchte ich für diesen Fall zwei interessante Abbildungen aus der Operation vorausschicken (Abb. 1, 2).

Implantation

Die Implantation wurde von Herrn Dr. Bernd Quantius von der Malo Clinic in Mönchengladbach durchgeführt. Alle noch vorhandenen Zähne waren nicht mehr erhaltungswürdig und wurden entfernt. Da die Patienten in Normalfall ein Provisorium tragen, nutzten wir dieses zum Registrieren nach der definitiven Abformung. Bereits an dieser Stelle kam zum ersten Mal der 3D- Drucker zum Einsatz. Der Abformlöffel wurde CAD-konstruiert und dann mit dem Cara Print 4.0 gedruckt (Abb. 3). Das Scannen und Konstruieren dauert ca. acht Minuten. Die Druckzeit ist irrelevant, da wir in dieser Zeit nicht daran arbeiten müssen. Die Nacharbeit an den geprinteten Löffeln liegt bei unter acht Minuten. Von daher kann ich den Kritikpunkt eines angeb- lich zu hohen Zeitaufwands von Gegnern dieser Technik nicht nachvollziehen.

Fazit

Der 3D-Druck hat in meinem Labor einen festen Platz eingenommen und durch den regelmäßigen Umgang entstehen immer neue Ideen zur Anwendung dieser Technik. Meine Vermutung ist, dass das Verfahren in den nächsten Jahren rasch reifen und durch neue Materialien die subtraktiven Verfahren immer mehr verdrängen wird. Ein noch bestehendes Problem sind z.T. die fehlenden zugelassenen Materialien der 2a-Klassifizierung, womit der Nutzen im Labor derzeit noch etwas einschränkt ist. Dies wird sich jedoch schnell ändern, da die Industrie die Zeichen der Zeit bereits erkannt hat.

Autor

ZTM Wolfgang Sommer

ZTM Wolfgang Sommer

  • 1989 Gesellenprüfung als Zahntechniker
  • 1989-2003 Angestelltentätigkeit in verschiedenen Labors
  • 2003 Meisterprüfung zum Zahntechnikermeister
  • 2009 Gründung seines eigenen Labors unter dem Namen Zahnkreation in Mönchengladbach, mit Spezialisierung auf Implantattechnik und anspruchsvolle keramische Restaurationen
  • Autor von Fachartikeln sowie Referent mit internationalen Vorträgen

info@zahnkreation.de
www.zahnkreation.de

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