„Die DGI ist als größte wissenschaftliche Fachgesellschaft in der Implantologie für kommende Herausforderungen in allen Bereichen gut gewappnet und wird flexibel reagieren“, erklärt DGI-Präsident Prof. Dr. Dr. Knut A. Grötz. Dies hat die Gesellschaft in Zeiten der Corona-Pandemie bereits unter Beweis gestellt. Darum blickt der Vorstand der Gesellschaft auch optimistisch in das kommende Jahr.

Bild: Der DGI-Kongress 2020 fand als Online-Event statt. Eröffnung mit Susanne Kluge, Christian Hmmächer und Knut A. Grötz. Alle Sessions und Vorträge wurden live übertragen und sind bis zum 6. Dezember 2020 in der Mediathek abrufbar.

Flexibilität – das war im „Corona-Jahr“ die zentrale Anforderung an alle, die in der und für die DGI arbeiten. Dass dies gelungen gelungen ist, beweist nicht zuletzt der Online-Event der DGI am 1. Adventwochenende, dem traditionellen Termin des Treffens der DGI-Familie. Dieses fand 2020 ausschließlich virtuell statt, was am Beginn des Jahres nicht vorhersehbar war. „Mit mehr als 1200 Teilnehmerinnen und Teilnehmern ist dies eine erfolgreiche Veranstaltung gewesen“, freut sich der DGI-Fortbildungsreferent Dr. Christian Hammächer, der zusammen mit DGI-Präsident Prof. Dr. Dr. Knut A. Grötz die Präsidentschaft des Events übernommen hatte.

Besonders stolz ist der DGI-Vorstand, dass auch unter Corona-Bedingungen die Fortbildung nicht völlig zum Erliegen kam, sondern angepasst, wenn auch reduziert, weiterlief. So starteten auch 2020 insgesamt acht Kursserien des DGI-APW-Curriculums Implantologie, dem mit Abstand erfolgreichsten Curriculum in der Deutschen Zahnheilkunde, das bislang rund 6000 Zahnärztinnen und Zahnärzte absolviert haben. „Wir haben im Rahmen des Curriculums sowohl Hybrid- als auch Online-Veranstaltungen angeboten“, erklärt Dr. Hammächer. Es wird auch Lösungen für jene Module geben, die Hands-on zwingend erfordern. Kurz: „Man kann chirurgische Techniken nicht lernen, in dem man ausschließlich Videofilme ansieht“, sagt Dr. Hammächer.

DGI

Bei der Eröffnung des Kongresses wurde an Dr. Karl-Ludwig Ackermann gedacht, der viele Jahre aktiv im DGI e.V. mitgewirkt hat.

Neues Qualifikationssystem

In der Planung befindet sich ein neues abgestuftes Qualifikationssystem für implantologisch Tätige. „Patientinnen und Patienten sollen sich informieren können, über welche theoretischen und vor allem praktischen Fähigkeiten und Erfahrungen ihr Zahnarzt oder ihre Zahnärztin auf dem Gebiet der Implantologie verfügt.“ Angefangen vom zertifizierten Implantologen, der das Curriculum absolviert hat, über den fortgeschrittenen Implantologen, der im Rahmen einer Prüfung 25 Behandlungsfälle mit einem entsprechenden Schwierigkeitsgrad präsentieren muss, seit zwei Jahren implantologisch tätig ist, mindestens 100 Implantate gesetzt hat und sich regelmäßig fortbildet bis hin zum zertifizierten Experten der DGI, dessen Anforderungsprofil dem Tätigkeitsschwerpunkt Implantologie entspricht. 2021 wird auch die Leitlinienarbeit der DGI weitergehen. Es sind sogar zwei Konferenzen geplant. „Seit den Anfängen der Leitlinienarbeit 2010 hat die Gesellschaft entsprechend dem Regelwerk der AWMF neun Leitlinien vorgelegt“, resümiert Prof. Grötz. Die älteren wurden schon wieder aktualisiert. Weitere Leitlinien werden bei der „Aktualisierungs-Konferenz“ überprüft und bei Bedarf überarbeitet. Vier Leitlinien zu besonders aktuellen und relevanten Themen der Implantologie werden neu erstellt.

  • Keramikimplantate (S3)
  • Implantations- und Belastungszeitpunkte (S3)
  • Materialunverträglichkeiten (S3)
  • Platelet rich Fibrin (PRF) (S3)

Interdisziplinärer Implantologen-Tag 2021 in Wiesbaden

Dem DGI-Präsidenten liegt die enge Zusammenarbeit mit anderen (zahn-)medizinischen Fachgesellschaften besonders am Herzen. Dies ist ablesbar am Konzept eines Kongresses, der im kommenden Jahr den Fokus des traditionellen Jahreskongresses der DGI am 1. Adventswochenende erweitern wird. Unter dem Titel Deutscher Implantologen-Tag fungieren als Gastgeber die DGI zusammen mit der DGOI und der Nachwuchsorganisation Nexte Generation der DGI. Als wissenschaftliche Gastgesellschaften sind eingeladen die DG Paro, die DG Pro, die DGÄZ und als nicht-zahnmedizinische Gesellschaft die DGIM (DG Innere Medizin). Ebenfalls beteiligt ist die AO (Academy of Osseointegration) und traditionell spielen die jeweiligen Landesverbände der DGI eine besondere Rolle, 2021 der LV Hessen und der LV Rheinland-Pfalz.

DGI-Kommunikation 2021. Im Fokus: Nachwuchs und Patienten

Die DGI und ihre Nachwuchs-Organisation Next Generation wollen den Austausch mit dem zahnärztlichen Nachwuchs weiter intensivieren. Geplant sind auch leitlinienbasierte Informationen für Patientinnen und Patienten. Im Bereich ihrer Nachwuchsarbeit hat sich der DGI e.V. für 2020 einiges vorgenommen. Doch alle Pläne wurden von der Corona-Pandemie geschreddert. Eine ganztägige Veranstaltung „Start-up in die Implantologie mit der DGI“ im Rahmen des Dental Sommers am Timmendorfer Strand wurde auf 2021 verschoben. Die Implant Wave in Düsseldorf wurde abgesagt. „Wir nehmen aber in diesem Jahr nochmal Anlauf, und hoffen, dass die Veranstaltung dann stattfinden kann“, erklärt DGI-Pressesprecherin Dr. Dr. Anette Strunz (Berlin). 

Ebenso gilt es, im kommenden Jahr, die Zusammenarbeit mit den Fachschaften voranzubringen. Bei einem Treffen auf dem letzten DGI-Kongress Ende November 2019 in Hamburg. hatten 16 Vertreterinnen und Vertreter von neun Fachschaften aus ganz Deutschland die Einladung der DGI zu einem Gespräch angenommen und mit Vorstandsmitgliedern der DGI sowie Mitgliedern des Komitee Next Generation der DGI diskutiert. Den bei diesem Treffen formulierten Wunsch der Fachschaftsvertreter hat die DGI bei ihrem Online-Event umgesetzt: Studierende haben kostenlosen Zugang zu der Veranstaltung und können darüber hinaus in den Pausen mit Mitgliedern der Nexte Generation im Studi-Zoom über das Gesehene und Gehörte sowie andere Themen diskutieren. Nach einer kleinen Voruntersuchung soll in diesem Jahr eine größere Umfrage unter Studierenden auf den Weg gebracht werden. Die DGI möchte wissen, wie der Nachwuchs die derzeitige implantologischen Ausbildung an den Hochschulen beurteilt.

Auf der Agenda stehen für 2021 leitlinienbasierte Patienteninformationen, die auf der Website der DGI verfügbar sein werden und auch den Praxen und Kliniken zur Verfügung stehen. „Die DGI hat inzwischen eine Vielzahl von Leitlinien, aus denen sich für Patienten zielgruppengerecht aufbereitete Informationen ableiten lassen.

Dr. Dr. Anette Strunz

Pressesprecherin, DGI e.V.