Dr. Paul Schuh, Inhaber der Dental Clinic „artedent“, nimmt erstmals als Referent an den Esthetic Days in Baden-Baden teil. Der Zahnmediziner gibt in seinem Vortrag Einblicke in spezielle digitale Analyse- und Planungsmethoden, die das gewünschte Lächeln des Patienten bereits vor der Behandlung veranschaulichen. Im Interview erklärt der Münchner, warum die Digitalisierung eine Chance für den Behandler und den Patienten ist und warum sie auch den Zahntechniker revolutionieren wird.

Warum haben viele Zahnmediziner Angst vor der Digitalisierung?

Dr. Paul Schuh: Das Vertrauen in die Technik ist im deutschsprachigen Raum kaum vorhanden. In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist man sehr kritisch und hinterfragt viel. Das ist prinzipiell ok, aber deshalb hinken wir hinterher. In anderen Ländern wird die digitale Zahnmedizin weitaus erfolgreicher praktiziert. Ich denke: Unser Job kann so viel verändern. Wir sprechen von „Delivering Happiness“, einem besseren Lebensgefühl, das ein paar Zähne bewirken können – und dafür müssen wir fortschrittlich arbeiten.

Warum sollte Ihr Vortrag bei den Esthetic Days gut besucht sein?

Dr. Paul Schuh: Weil wir einen Einblick in unseren Praxisalltag geben, der die volldigitale Arbeitsweise und ihre Vorteile sehr gut widerspiegelt. Wir spielen den kompletten Prozess – auch die Arbeit am digitalen Patienten – einmal durch und erklären, wo wir die Chancen sehen.

Die Digitalisierung ist ein Thema, mit dem man sich lieber heute als morgen beschäftigen sollte, da sie rasend schnell voran geht.

Worin liegt der Vorteil der digitalen Behandlung für den Patienten?

Dr. Paul Schuh: Dass die Behandlung einfacher und das Ergebnis vorhersehbarer werden. Patienten werden in die Planung einbezogen und sehen frühzeitig, wie das Ergebnis werden kann. Dafür stellen wir dem Patienten eine App mit Vorher-Nachher-Bildern zur Verfügung. Die Patienten können sich vor dem Eingriff mit der Familie oder Freunden beraten und entscheiden, ob sie sich selbst so sehen. Denn nicht immer stimmen die ästhetischen Vorstellungen von Behandler und Patient überein.

Worin liegt der Vorteil für den Behandler?

Dr. Paul Schuh: Wir sparen Zeit und das ist einer der wichtigsten Faktoren. Kein Patient hat Lust, zu 10 bis 15 Terminen in meine Praxis zu kommen und sich jedes Mal mehr als eine Stunde behandeln zu lassen. Deshalb erschaffe ich mithilfe eines Scans zunächst einen digitalen Patienten. Im Anschluss simuliere ich die komplette Behandlung am PC, sehe die Schwierigkeiten und überlege mir gegebenenfalls Lösungswege. Ich kann sogar Teammitglieder einbeziehen, beispielsweise mit dem Implantologen, Zahntechniker oder Prothetiker den Eingriff anhand des digitalen Models durchsprechen. So weiß am Behandlungstag jeder, was auf ihn zukommt.

Sie arbeiten eng mit Zahntechnikern zusammen. Wie wird die Digitalisierung den Alltag der Labore beeinflussen?

Dr. Paul Schuh: Der Job des Zahntechnikers hat sich bereits stark verändert und wird dies auch weiter tun. Er wird noch vielschichtiger. Wir benötigen Menschen, die die Daten verarbeiten und die Entwürfe in Handarbeit perfektionieren. Dadurch wird sich die Arbeit mehr auf den PC als auf das Wachsmesser konzentrieren. Es ist bereits möglich, Kronen und Brücken zuhause digital zu modellieren. Das Homeoffice wird den handwerklich geprägten Berufszweig modernisieren und attraktiver für junge Menschen machen.

Dr. med. dent. Paul Leonard Schuh ist renommierter Zahnarzt und Zahntechniker. Nach seiner Ausbildung begann er ein Studium der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde an der privaten Universität Witten/Herdecke, das er 2012 erfolgreich abschloss. Bereits im Studium gründete er mit Karl Bühring das DSGI-Curriculum. Dieses wurde von der Universität Witten/Herdecke 2008 als Gewinner der „Gründerwerkstatt” ausgezeichnet.
Neben der Veröffentlichung wissenschaftlicher Artikel ist Dr. Paul Schuh als Referent für Zahnästhetik, Parodontologie und Implantologie auf nationaler und internationaler Ebene tätig. Seit Mai 2021 führt Dr. Paul Schuh die Zahnarztpraxis „artedent“ in München-Schwabing. Auf internationalem Spitzenniveau arbeitet er mit modernsten, minimalinvasiven Techniken im Bereich der Implantologie und Parodontologie.