Mit Spannung wird das Megagen Symposium 2020 erwartet. Nach Las Vegas hat der koreanische Hersteller diesmal die funkelnde Metropole Shanghai als Austragungsort erkoren. Auch in Deutschland hat sich Megagen einen Fan-Kreis erobert und das 2002 begründete MINEC als Spezialisten- und Expertennetzwerk ausgebaut. pip fragte nach.

Interview mit Dr. Marcus Engelschalk – Chairman MINEC Germany

pip: Warum in die Ferne schweifen…?

Marcus Engelschalk: Besonders in diesen Tagen ist diese Frage nach dem Sinn, einen Kongress in China, und damit für uns weit entfernt, zu besuchen, durchaus berechtigt. Allerdings hat auch in der Implantologie die Digitalisierung Einzug gehalten, sodass wir hier gerade einen großen Wandel erleben. Besonders im digitalen Bereich rund um die Implantologie sind die asiatischen Länder und somit auch viele asiatische Hersteller uns hier in Europa einfach eine Nasenlänge voraus. Somit ergibt es durchaus Sinn, hier zu den Technologieführern zu reisen.

pip: Bei weltweit über 300 verfügbaren Implantatsystemen, was hat Sie von AnyRidge überzeugt?

Marcus Engelschalk: Vielleicht kann man nicht das Rad neu erfinden, aber in der Implantologie gab es noch etwas Platz. So bietet AnyRidge durch seine Gewindephilosophie eine exzellente Osseointegration und ‚greift‘ bei jeder Knochenqualität. Daraus folgen erhöhte Möglichkeiten zur Sofortimplantation oder provisorischen Sofortversorgung. Vorteile, die sicher der Implantatform und XSpeed-Oberfläche geschuldet sind. Schnellere Einheilung und maximale Schonung von Hart- und Weichgewebe sind die Folgen – und das nicht nur im ästhetischen Bereich. Daneben glänzen Komponenten wie der R2Gate-Workflow für eine prothetisch orientierte, DVT-basierte Implantatplanung mit der Darstellung der Knochenmorphologie über die sogenannte Digital-Eye-Funktion und die Möglichkeit zur Einbindung in den CAD/CAM-Workflow, auch schon zum Zeitpunkt der provisorischen Versorgung. Die Einbindung der ISQ oder neue Therapieansätze wie die Root Membran-Technik, für die es ein eigenes abgestimmtes OP-Set gibt, runden das Gesamtbild ab. Zusätzlich sind Hilfen für die tägliche chirurgische Arbeit, wie das Meg-Inject zur schmerzfreien Anästhetika-Injektion oder der Meg-Torq als kabelloser Drehmomentschrauber verfügbar. Ein sehr breites und aus meiner Sicht komplettes Paket also.

pip: Für was steht das MINEC?

Marcus Engelschalk: Zuerst bedeutet MINEC als Akronym Megagen International Network of Education & Clinical Research. Wir verstehen uns aber als internationales Netzwerk von Experten und Spezialisten – keineswegs nur auf Megagen-Produkte reduziert oder festgelegt. Vielmehr ist es eine internationale Plattform, die sich auf wissenschaftlicher Ebene mit der Implantologie und allen angrenzenden Teilgebieten beschäftigt. So sollen sowohl die Fort- und Weiterbildung als auch Wissenschaft und Forschung gefördert und begleitet werden. Ziel ist es hier, über den internationalen Charakter des Netzwerks auch einen internationalen kollegialen Austausch zu ermöglichen und so die Implantologie als Ganzes mit all ihren Trends und Strömungen zu erfassen. Dies auch industrieunabhängig und ganz im Fokus der Implantologie. Zusätzlich wollen wir auch versuchen, Impulse als Anwender zu geben und eventuelle Schwachstellen oder noch offene Wünsche an Behandlungskonzepte oder Materialien zu formulieren.

pip: Und Megagen geht da auf Sie ein?

Marcus Engelschalk: Absolut. Hier ist vielleicht einer der wesentlichen Unterschiede, denn der CEO von Megagen, Dr. Kwan Bum Park, ist selber Zahnarzt und mit einer enormen Begeisterung und Leidenschaft im Thema. Den Prozess einer ständigen Verbesserung versteht er nicht als unerwünschte Kritik, sondern als Bereicherung und Ansporn.

pip: Auf nach Shanghai, weil…?

Marcus Engelschalk: Grundsätzlich ist die Stadt für sich schon ein Erlebnis. Dann ist der Kongress mit seinen erstklassigen internationalen Referenten und den sogenannten ,hot topics‘ die Reise wert sowie unsere internationale MINEC-Familie, die man hier live erleben kann. Ganz zu schweigen von der koreanischen Gastfreundschaft. Bei solchen Anlässen stehen doch nicht nur die Produkte im Vordergrund, sondern die persönlichen Kontakte wie zum Firmengründer Dr. Kwan Bum Park als Zahnarzt, der mitdenkt und die Zukunft aktiv mitgestaltet. Und zuletzt lohnt es sich, die Unterstützung und den Zusammenhalt unter den Anwendern sowie den fachlichen Austausch zu erleben. Das gilt besonders für unsere deutsche Gruppe, die mit Stephan Weber, ebenfalls einem in der dentalen Implantologie erfahrenen und exzellent vernetzten Fachmann, stets einen tollen Teamgeist und Zusammenhalt zeigt.

pip: Herzlichen Dank für dieses Gespräch.