Eines der letzten großen inhabergeführten Implantat-Unternehmen, Champions Implants GmbH, hat sich erfolgreich durch die Zeiten der Pandemie navigiert und die Entschleunigung genutzt, um sein Portfolio auszubauen. Zeit für eine Standortbestimmung mit dem Gründer, CEO und implantologisch tätigen Zahnarzt, Dr. Armin Nedjat.

Interview mit Dr. Armin Nedjat, CEO Champions Implants

pip: Sie haben sich bisher nicht nur wacker geschlagen, sondern Ihr Produktangebot deutlich erweitert …

Armin Nedjat: Wir hatten bereits 2006 bei der Grundüberlegung unserer Ausrichtung, also weit vor der Pandemie, unsere Firmenstruktur so konzipiert, dass wir viel Unterstützung online anbieten können. Zudem verzichtete ich komplett auf eine Außendienst-Flotte, die horrende Summen verschlingt. Und ja, Champions ist international nicht mehr nur ein reiner Implantat-Anbieter, sondern führt ein ganzes Portfolio an ‚periimplantären‘ Produkten: Neben der Gestaltung von Praxis-Homepages und allgemeinem Praxis-Marketing sind das vor allem der Smart Grinder und das PlasmaSafe-Verfahren. Das Smart-Grinder-Konzept erfährt ein fantastisches Feedback und verfügt über etliche wissenschaftliche Studien. Patienten investieren gern zugunsten einer optimalen Socket Preservation im Anschluss an eine Zahnextraktion in ein Konzept, bei dem sie sich nach nur acht Minuten ihr eigenes biologisches Material wieder einsetzen lassen können. Bekannterweise sind im Zahnmaterial mehr Knochen-Wachstumsfaktoren vorhanden als im Knochen selbst. Das PlasmaSafe-Verfahren ergänzt dieses Konzept ideal, weil wir nicht immer über ausreichend eigenes Zahnmaterial der Patienten verfügen. Um den Workflow zu optimieren, bieten wir hierzu auch zertifizierte ZFA-Weiterbildungen an. Die Hauptgründe unseres Erfolgs sind jedoch sicherlich bei den Kernprodukten zu suchen: Neben unseren einteiligen Kugelkopf- und Vierkant-Implantaten gewinnt das zweiteilige (R)Evolution wie auch das Zirkonoxidimplantat Patent exponentiell wachsend begeisterte Anwender.

pip: PlasmaSafe ist ein Angebot im aktuell sehr angesagten Bereich der Blutkonzentrate?

Armin Nedjat: Das PlasmaSafe-Verfahren ist, meiner Meinung nach, das einzige System, das auf den Gebieten Sicherheit, Effizienz und Nachverfolgbarkeit den steigenden Auflagen auch bezüglich der MDR gerecht wird. Immer wieder positiv überrascht bin ich, welch hervorragende Patientenakzeptanz unsere biologischen Konzepte zu verzeichnen haben, die Aufbereitung von partikuliertem autologen Zahnmaterial beim Smart Grinder und die sichere Aufbereitung des patienteneigenen Blutes zur Unterstützung der Heilung. Der zeitsparende Workflow während des normalen Praxisbetriebs mit dem PlasmaSafe ist neben der Behandlungs- und Dokumentationssicherheit der Hauptvorteil gegenüber anderen Verfahren. Die Tatsache, dass dem ohne zweite OP-Stelle minimalinvasiv entnommenen, körpereigenen Material bei der Socket Preservation, bei Sinusliften und Augmentationen immer der Vorzug gegenüber gekauften und teils teuren Produkten zu geben ist, steht wohl außer Frage.

pip: Warum etablierten Sie sich mit den Champions Smile Alignern auch im Bereich der Zahnkorrekturen?

Armin Nedjat: Mit der präimplantologischen Therapie haben wir für den Allgemeinzahnarzt eine Möglichkeit geschaffen, den Patienten eine moderne KFO-Therapie anbieten zu können, die auch mehr und mehr verlangt wird. Zwischen KFO und Implantologie besteht daneben ein großes interdisziplinäres Potential. Nicht nur kosmetisch-funktionale Korrekturen, sondern eben auch präprothetisch-ästhetische Korrekturen sind mit den Smile Alignern für unsere Patienten möglich, bei einer hohen und ausgezeichneten Qualität, ohne Knebel-Verträge und zu sehr attraktiven Preisen.

pip: Wird das Keramik-Implantat BioWin! nicht mehr in Ihrem Portfolio angeboten?

Armin Nedjat: Oh doch! Nur heißt es jetzt ‚Patent‘ und wir bei Champions Implants haben den exklusiven Vertrieb neben der Schweizer Mutterfirma in verschiedenen Ländern sowie in Deutschland übernehmen dürfen. Mit der Zircon-Medical AG verfügen wir über einen sehr starken Partner, der über seriöse und universitär-wissenschaftliche Langzeitstudien verfügt. Durch das patentierte Herstellungsverfahren für die einzig existierende makro-raue Oberfläche und diverse andere Patente verfügt das Unternehmen seit 2004 über einen enormen Wissensvorsprung. Auch die sowohl ein- als auch zweiteilig erhältlichen, patientenindividualisierbaren Zirkonoxid-Implantate sind inzwischen sehr erfolgreich vom Markt angenommen worden.

Herzliches Dankeschön für das Gespräch.