Seit Anfang 2021 hat das Deutsche Zahnärztliche Rechenzentrum (DZR) seine Dienstleistungen im Bereich Zahntechnik massiv verstärkt. Das neue Kompetenzcenter Zahntechnik bietet seitdem mit großem Erfolg Abrechnungsdienstleistungen, Beratung und Coaching für Eigen- und Fremdlabore an.

Interview mit Thomas Schiffer (Geschäftsführer DZR) und Uwe Koch (Leiter Kompetenzcenter BEL/BEB/Zahntechnik DZR)

Herr Schiffer, was gab den Impuls, die Dienstleistungen des DZR auch der Zahntechnik anzubieten?

Thomas Schiffer: Mehrere Gründe. Zum einen haben wir als Marktführer in der zahnärztlichen Privatliquidation das Anliegen, unseren Kunden alles Wissenswerte zugänglich zu machen, so eben auch den Bereich der Zahntechnik. Zum anderen verschmelzen Workflows durch ein Eigenlabor, aber eben auch in der Zusammenarbeit mit einem Fremdlabor. Mit der Etablierung unseres Kompetenzcenters Zahntechnik decken wir nun auch alle Bereiche in der zahntechnischen Abrechnung ab.

Mit Uwe Koch und seinem Team haben wir hierfür einen für sich sprechenden Experten gewonnen, der mit jahrelanger Erfahrung unsere Expertise erweitert.

Wie lang war die Vorbereitungszeit, ehe das neue DZR Kompetenzcenter an den Start ging, Herr Koch?

Uwe Koch: DZR und ich arbeiten schon über zehn Jahre eng im Bereich Seminare und Kongressinhalte zur zahntechnischen Abrechnung zusammen. Seit mehr als 35 Jahren beschäftige ich mich mit dem Thema zahntechnische Abrechnung. Neben vielen Seminaren konnte ich mein Wissen bereits in etlichen Büchern und Coachings an Zahntechniker weitergeben. Als von DZR dann das Angebot kam, auch mein Team mit zu übernehmen, stand unserer Zusammenarbeit nichts mehr im Wege.

Sind die Leistungen des Kompetenzcenters Zahntechnik nur DZR-Kunden mit Eigenlabor vorbehalten?

DZR-Kunden genießen eine bevorzugte Terminierung und Sonderkonditionen. Auch Praxen, die nicht DZR-Kunden sind, oder Fremdlabore dürfen die Leistungen des Kompetenzcenters in Anspruch nehmen. Da ich selber auch gelernter Zahntechniker bin und vielen Praxen mit Eigenlabor geholfen habe, aber auch für zahlreiche Innungen und Meisterschulen selbst gearbeitet habe, sind Zahntechniker in erster Linie Kollegen. Ich unterstütze dort, wo unser Team benötigt wird.

Welche an Sie herangetragenen Fragestellungen haben Sie am meisten während eines Coachings überrascht bzw. gab es Situationen, in denen Sie dachten, die Praxen bzw. Praxislabore hätten dies eigentlich im Griff?

Das wohl Überraschendste und zugleich Bedenkliche ist, dass oft Rechnungen auf Basis einer lückenhafter Dokumentation und ohne Abgleich der tatsächlich erbrachten Leistungen erstellt werden. Leider lernen weder Zahnärzte noch Zahntechniker während der Ausbildung etwas drüber. Wie sollen aber Rechnungen erstellt werden, ohne detailliertes Hintergrundwissen zu besitzen – das überrascht mich immer wieder. Während man in gewerblichen Laboren oft noch die zahntechnische Arbeit zur Rechnung sieht, ist es in Praxislaboren meist nicht der Fall – schade, damit wird viel verschenkt.

Wo sehen Sie aktuell aus Sicht der Abrechnungsleistungen die wichtigsten Entwicklungen in der Zahntechnik?

Viel dreht sich um CAD/CAM. Wir haben kürzlich eine eigene DZR BEB Digital entwickelt, von denen alle Zahntechniker profitieren können. Da immer mehr gefräst oder gedruckt wird, brauchen wir Positionen, um richtig abrechnen zu können. Wir unterstützen dabei Labore dahingehend, dass wir deren Rechnungen prüfen oder gar erstellen. Das hilft konkret und sofort. Darüber hinaus erstellen wir für Praxen die Kalkulation von Leistungen. Auch da ist oft kompetente Hilfe notwendig. Interessant sind auch neue BEL-Leistungen jene zu den neuen Unterkieferprotrusionsschienen.

Sehen Sie einen weiteren Zuwachs bei Eigenlaboren in Praxen?

Mit gut aufgestellten Praxislaboren kann man gutes Geld verdienen. Aktuell haben etwa 30 % der Praxen ein Eigenlabor. Ich sehe einen Zuwachs gerade bei jungen Zahnärzten, die nach wenigen Jahren in ein Praxislabor investieren mit Scannern und Fräsmaschine. Leider ist es aber immer noch schwierig, gutes Fachpersonal im zahntechnischen Bereich zu finden. Mit dem Team im Kompetenzcenter können wir hier Personalengpässe kompensieren. Auch ein Grund, warum DZR sowie mein Team und ich hier erfolgreich gestartet sind.

Herzlichen Dank für das Gespräch.