Eine Fallstudie von Dr. med. dent. Marieluise Kotthaus und Dr. med. Dr. med. dent. Dominic Hützen

In der Zahnheilkunde werden die Indikationsbereiche für implantatgetragenen Zahnersatz stetig erweitert. Hatte man einst Sorge im parodontal geschädigten Gebiss zu implantieren, ist dies aufgrund jüngerer Innovationen in der heutigen Zeit bei regelmäßigen Kontrolluntersuchungen (UPT) ein fast vernachlässigbarer Faktor.

Der nachfolgende Fall zeigt, dass einer Versorgung mit Implantaten im parodontal kompromittierten Gebiss dank jüngster Innovationen, wie dem BLX-Implantat von Straumann mit der SLActive-Oberfläche und dem innovativen Implantatdesign, bei einem parodontal geschädigten Gebiss kaum Grenzen gesetzt sind, selbst für ästhetische Lösungen im Frontzahnbereich [1].

 

Ausgangssituation

Der 77-jährige Patient stellte sich aufgrund von akuten Beschwerden am Zahn 11 in unserer Praxis vor. Allgemein-anamnestisch zeigte sich der Patient unauffällig. Bei Zahn 11 handelte es sich um eine Krone als Brückenanker zum Ersatz des Zahnes 21. Zahn 22 diente ebenfalls als Brückenanker, hier wurde die Konstruktion eines Marylandflügels verwendet, die wie eine Kragenfacette den Zahn 22 von palatinal fasste und fest zementiert war. Diese Frontzahnbrücke war ca. 25 Jahre in situ und der Patient hatte bis zu diesem Zeitpunkt keine Beschwerden.

Klinisch wies Zahn 11 eine starke Perkussionsempfindlichkeit sowie Druckdolenz der Umschlagfalte auf. Zahn 11 ließ sich axial 1-2 mm aus seinem Zahnfach bewegen.

Röntgenologisch waren resorptive Prozesse apikal der Wurzelspitze sowie ein verbreiterter Parodontalspalt bei einem generalisierten horizontalen Knochenabbau von ca. 30 % im Ober- und Unterkiefer erkennbar (Abb. 1).